mach!mal

Du fotografierst, interviewst oder schauspielerst gern? Hier kannst Du Deine Ideen in Form von Bildern, Online-Projekten, Ausstellungen oder Theateraufführungen präsentieren.

Sobald Du Dein Projekt bei uns angemeldet hast, kannst Du es hier mit einem Foto und einem kurzen Text vorstellen!


Teilnehmende Projekte:

Brüder-Grimm-Grundschule
Ev. Johannesgemeinde
Filmarche e. V. in Zusammenarbeit mit Crossend Filmproduktion
Fräi-öffentlech Waldorfschoul Lëtzebuerg
IJBS: Denk Mal
IJBS: Biografische Lesung zum 9. November
IJBS: Janusz Galaj
IJBS: Ort des Erinnerns
IJBS: Sachsenhausen im Blick
Jugendfreizeiteinrichtung Mahler20
Jugendgeschichtswerkstatt Spandau/Martin-Buber-Oberschule
Jugendtheaterwerkstatt Moabit
Katholische Hochschule für Sozialwesen/Jugendclub Edinburger Straße
Königin-Luise-Stiftung
Loschmidt-Oberschule
Max-Planck-Oberschule
Nachbarschaftshaus Urbanstraße/Interreligiöse Werkstatt
OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung
Paul-Löbe-Schule/Gutenberg-Oberschule
Paul-Singer-Verein/Georg-Weerth-Oberschule
Robert-Jungk-Oberschule
Roter Baum e. V.
Schüler gegen Antisemitismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit e.V.
Schülernetzwerk MuT
Werkstatt 0305/Ernst-Litfaß-Schule



Brüder-Grimm-Grundschule
Die Brüder-Grimm-Grundschule ist eine Integrationsgrundschule mit über 90% Schülern nichtdeutscher Herkunft. Der Profilkurs „Spurensuche nach nationalsozialistischer Vergangenheit in Berlin-Wedding“ setzt sich aus sieben Schülerinnen und Schülern im Alter von elf und zwölf Jahren zusammen. Die Kinder beschäftigten sich in ihrem Projekt insbesondere mit der nationalsozialistischen Verfolgung von Minderheiten und gingen der Frage nach, wie wir vermeiden können, dass sich ähnliche Geschehnisse jemals wiederholen. Das Ergebnis wurde durch ein Poster dokumentiert.



Ev. Johannesgemeinde
Im Projekt „Christin jüdischer Herkunft – Eine Lebens-geschichte“ erzählen Jugendliche der ev. Johannesgemeinde Berlin-Lichterfelde in einem Film die Lebensgeschichte von Erika Smeets, geb. Freudenberg. Sie erlebte ihre Kindheit und Jugend während der NS-Zeit in Berlin als Tochter einer Christin und eines Christen jüdischer Herkunft. Erika Smeets berichtet in Interviews davon, wie getaufte und praktizierende Christen im nationalsozialistischen Deutschland wegen ihrer jüdischen Abstammung verfolgt wurden. Für den Film recherchierten die Jugendlichen Hintergrundinformationen, führten die Interviews und machten die Filmaufnahmen.



Filmarche e. V. in Zusammenarbeit mit Crossend Filmproduktion
„Dukes of Berlin“ ist ein Kurzfilm, den minderjährige Flüchtlinge gedreht haben, die ohne ihre Familien aus Angola, Guinea Bissau, Kenia und dem Libanon nach Deutschland gekommen sind. Im Rahmen eines einwöchigen Filmworkshops des Filmarche e. V. und der Crossend Filmproduktion hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Erlebnisse in Deutschland in einem selbst geschriebenen Drehbuch zu verarbeiten und anschließend vor der Kamera darzustellen. Erzählt wird eine Geschichte von Ausgrenzung und Diskriminierung aber auch von gemeinsamer Stärke und Zusammenhalt. Unterstützung fand der Dreh durch die Flüchtlingsorganisation Zwischenstation e. V.



Fräi-öffentlech Waldorfschoul Lëtzebuerg
Seit 2004 fahren die Schülerinnen und Schüler der zwölften Jahrgangsstufe der Waldorfschule aus Luxemburg für eine Woche in die deutsche Bundeshauptstadt. Hier nehmen sie an Workshops teil, treffen Zeitzeugen und setzen sich in einem „Geschichtspraktikum zum Thema Totalitarismus und Gewalt“ mit den Verbrechen der NS-Diktatur auseinander. Im Zentrum der diesjährigen Reise stand unter anderem die Begegnung mit der Geschichte der im KZ Sachsenhausen ermordeten luxemburgischen Polizisten. In der Ausstellung des Jugendforums denk!mal ’09 wurden selbst verfasste Texte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ein selbst gedrehter Film über einen absolvierten Theaterworkshop präsentiert.



Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen: Denk Mal
Jugendliche erarbeiteten in dem plastischen Workshop „Denk Mal“ die Biografien ehemaliger KZ-Häftlinge. Das Projekt wurde in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen – in Kooperation mit dem Bildhauer Ingo Wellmann, dem Haus am Anger Falkensee und der Pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte Sachsenhausen – durchgeführt. Entstanden sind von den Jugendlichen individuell gestaltete Holz-Papierfiguren in menschlicher Größe, die in der Ausstellung des Jugendforums denk!mal ’09 zu sehen waren.



Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen: Biografische Lesung zum 9. November
Die szenische „Lesung zum 9. November“ von Schülerinnen und Schülern des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums Zehdenick/Oranienburg wurde anlässlich der Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin am 9. November 2008 mit großem Erfolg uraufgeführt. An diesem Tag jährte sich zum 70. Mal das Novemberpogrom.
Tausende jüdische Bürger aus Berlin wurden damals verhaftet und in das KZ Sachsenhausen verschleppt, um ihre Familien zur Ausreise zu zwingen und ihr Vermögen beschlagnahmen zu können. Die Jugendlichen haben sich mit den Biografien von vier Berliner Bürgern beschäftigt, die unmittelbar betroffen waren.
In Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Sachsenhausen und einer Theaterpädagogin haben sie eine Lesung aus Erinnerungsberichten erarbeitet, die sie bei der Abendveranstaltung des Jugendforums denk!mal ’09 präsentierten.



Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen: Janusz Galaj
Im November 2007 interviewten Schülerinnen und Schüler des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum Zehdenick/Oranienburg den heute 78-jährigen ehemaligen polnischen KZ-Häftling Janusz Galaj und besuchten mit ihm die Gedenkstätte Sachsenhausen. Gemeinsam mit dem Verein Waidak media und der Gedenkstätte dokumentierten die Fachoberschülerinnen und -schüler das Schicksal des damals 14-jährigen Janusz Galaj in einem einfühlsamen Film. Der Film wurde im Sommer 2008 fertig gestellt und uraufgeführt.



Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen: Ort des Erinnerns
29 Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse des Von-Saldern-Gymnasiums in Brandenburg/Havel nahmen an einem künstlerischen Doppelworkshop unter dem Titel „Ort des Erinnerns“ in der Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen teil.
Die Künstlerin Juliane Heise unterstützte die Jugendlichen dabei, eine individuelle Auseinandersetzung mit der jeweiligen gewählten Biografie von KZ-Häftlingen und Tätern zu wagen. Ihre Ergebnisse hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Stofffahnen fest.
Die andere Gruppe näherte sich dem historischen Ort Sachsenhausen über konzeptionelle Fotografie. Die entstandenen Bilder setzten die Jugendlichen mit Hilfe von schriftlich und bildlich gesammelten Informationen in ihren historischen und topografischen Kontext. Sie wurden dabei von dem Fotografen Kurt Buchwald und Gedenkstättenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern unterstützt.



Internationale Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen: Sachsenhausen im Blick
„Sachsenhausen im Blick“ hieß ein Fotoworkshop der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Sachsenhausen in Kooperation mit dem Künstler Joachim Seinfeld, der Fotopädagogin Claudia Tröger und der Pädagogischen Abteilung der Gedenkstätte Sachsenhausen.
In gemeinsamen und individuellen Streifzügen durch das Gedenkstättengelände machten sich Schülerinnen und Schüler des Luther-Melanchthon-Gymnasiums aus Wittenberg mit dem Ort vertraut und fotografierten selbst. Die analogen Schwarz-Weiß-Bilder wurden anschließend in einem provisorisch eingerichteten Fotolabor in der Jugendbegegnungsstätte entwickelt und Abzüge hergestellt, die digitalen Fotos wurden im Computerraum bearbeitet.



Jugendfreizeiteinrichtung Mahler20
In ihrem Projekt „Neue Heimat – MigrantInnen in Lichtenberg gestern und heute“ erarbeiteten Jugendliche aus der Jugendfreizeiteinrichtung Mahlerstraße 20 ein ca. 33-minütiges Videofeature, in dem sie die Ausländerpolitik in der DDR filmisch analysieren und anhand einzelner Biografien nachzeichnen. Im Mittelpunkt stehen dabei die vietnamesischen Arbeitskräfte, die als sogenannte Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter vor allem in den 80er Jahren in die DDR kamen. Dabei wird auch der Bogen zu aktuellen Problemen und Erfolgen des Integrationsprozesses von Migrantinnen und Migranten geschlagen.
Das Videoprojekt der AG “(L)Einwand” wurde gefördert mit Mitteln des Bundesprogramms “VIELFALT TUT GUT – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“.



Jugendgeschichtswerkstatt Spandau/Martin-Buber-Oberschule
Das Projekt „Abgefahren“ entwickelten Schülerinnen und Schüler der Martin-Buber-Oberschule während einer Projektwoche zum 70. Jahrestag des Novemberpogroms in Spandau. Gemeinsam mit der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau erarbeiteten sie eine mobile Ausstellung, die in einem Bus gezeigt wurde, ganz nach dem Motto: „Wenn die Jugendlichen nicht in die Ausstellung gehen, kommt diese eben zu ihnen.“
Die Schülerinnen und Schüler führten Zeitzeugengespräche und recherchierten in Archiven, um auch anderen Jugendlichen das Thema Nationalsozialismus näher zu bringen. Insgesamt haben bisher über 2000 Schülerinnen und Schüler die Ausstellung gesehen.


Jugendtheaterwerkstatt Moabit
Seit fünf Jahren arbeitet die Jugendtheaterwerkstatt Moabit mit Jugendlichen und Kindern aus sozialen Brennpunkten und strukturschwachen Stadtvierteln. Im Theater lernen die Jugendlichen selbstbewusst zu sein, sich zu artikulieren und gewaltlose Ausdrucksformen zu finden. Im Rahmen der Jugendtheaterwerkstatt thematisieren die hauptsächlich muslimischen Jugendlichen unter anderem Kinder- und Menschenrechte, Krieg und Frieden. Hier treffen sie auch auf Hedy Epstein, die sie mit ihrer Lebensgeschichte fasziniert. Hedy Epstein, die in einem der Kindertransporte nach England geschickt wurde, während ihre Eltern in Ausschwitz ermordet wurden, ist mit ihren 83 Jahren immer noch eine engagierte Kämpferin für den Frieden. Inspiriert von Epsteins Biographie entstand das Theaterstück Der Sprung, das in Auszügen bei denk!mal ’09 präsentiert wurde.



Katholische Hochschule für Sozialwesen/Jugendclub Edinburger Straße
Zusammen mit Jugendlichen aus dem Jugendclub Edinburger Straße führten Studierende der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen das Interviewprojekt „Am Anfang stand das Vorurteil“ durch. Während dieser Gespräche, die mit Fotos aus dem Lebensumfeld der Interviewten zu einem Film verarbeitet wurden, sollten die mehrheitlich migrantischen Jugendlichen dazu angeregt werden, sich auch ihrer eigenen Vorurteile bewusst zu werden. Die Reflexion über die Entstehung von Vorurteilen soll letztlich zu ihrem Abbau beitragen. Der Film und die Fotografien aus dem Lebensumfeld der Jugendlichen wurden in der Ausstellung des Jugendforums denk!mal ’09 präsentiert.


Königin-Luise-Stiftung
Im Rahmen des „Zeitzeugenprojekts ’40 -’45“ beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler des Internats der Königin-Luise-Stiftung mit der Situation ehemaliger Zwangsarbeiter aus Ländern, die während des Zweiten Weltkriegs von Deutschland besetzt waren, z.B. den Niederlanden, Polen und der ehemaligen Sowjetunion. Seit 2001 lädt die Schule jedes Jahr Zeitzeugen nach Berlin ein, die über ihre leidvollen Erfahrungen als Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen oder des KZ-Außenlagers in Lichterfelde berichten. In Gesprächen mit Zeitzeugen und mit heutigen offiziellen Vertretern eines ehemals besetzten Landes wird Geschichte erlebbar und können politische Haltungen reflektiert werden. Ihre Projektergebnisse präsentierten die Jugendlichen in Texten und Bildern in der Ausstellung des Jugendforums denk!mal ’09.



Loschmidt-Oberschule
Im Sommer 2008 veranstaltete die Loschmidt-Oberschule (LOS!) eine Projektwoche unter dem Motto „Ich, Du, Er Sie, Es – WIR!“, mit der sie sich erfolgreich um den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ beworben hat. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich in einer Reihe von Workshops und Exkursionen mit den Themen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung auseinander. Sie besuchten das Anne-Frank-Haus, das Jüdische Museum und die Gedenkstätte Plötzensee und veranstalteten eine Fußball-EM, bei der Schüler und Schülerinnen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund jeweils in einer Nationalmannschaft spielten. Die Projektwoche wurde in einem Film dokumentiert, den die Jugendlichen bei denk!mal ’09 präsentierten.


Max-Planck-Oberschule
An der Max-Planck-Oberschule existiert eine Arbeitsgruppe, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Lebenswege von Opfern des Nationalsozialismus in der Wohngegend der Schülerinnen und Schüler sowie in dem unmittelbaren Schulumfeld zu erforschen. Allein in der heutigen Singerstraße wurden 152 Juden von den Nationalsozialisten verschleppt. An sie soll durch das Projekt „Stolpersteine“ erinnert werden. Die Stolpersteine rücken die individuellen Schicksale in den Mittelpunkt, wodurch die Jugendlichen einen persönlichen Zugang zur Geschichte ihrer Umgebung erhalten. Die Gruppe besteht aus elf Schülerinnen und Schülern. Die Jugendlichen haben ihre Projektarbeit auf selbst gestalteten Plakaten dokumentiert.


Nachbarschaftshaus Urbanstraße/Interreligiöse Werkstatt
„Spuren…“ ist ein Workshop des Nachbarschaftshauses Urbanstraße zur außerschulischen politischen Geschichtsaufarbeitung gegen jede Art von religiösem und politischem Fanatismus und für den interreligiösen Dialog. Dazu haben sich Kinder und Jugendliche aus dem Graefekiez in Berlin-Kreuzberg auf Spurensuche begeben, sich auf christlichen, jüdischen und muslimischen Friedhöfen umgeschaut und die Biografien von Opfern von Intoleranz und Rassismus recherchiert. Sie besuchten Museen, Ausstellungen und Aufführungen, bestaunten Synagogen, Kirchen und Moscheen und führten Interviews mit zahlreichen Vertretern aus Lokalpolitik, Vereinen und Gremien. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verarbeiteten ihre Ergebnisse zu einer Ausstellung, die bis Januar 2009 als Wanderausstellung in Kreuzberger Oberschulen zu sehen war, bevor sie bei denk!mal ’09 gezeigt wurde.



Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung
Fünf Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums für Bürowirtschaft und Verwaltung haben im Rahmen ihrer Abiturprüfung den 35-minütigen Film „Damals waren wir Nummern, heute sind wir Menschen“ über das KZ-Außenlager Lichterfelde gedreht. Das Außenlager, das dem Stammlager Sachsenhausen zugeordnet war, befand sich zwischen 1942 und 1945 auf dem Gelände der Wismarer Straße in Steglitz; insgesamt mussten hier etwa 1500 Menschen Zwangsarbeit leisten. Die filmische Dokumentation ist anhand von Zeitzeugeninterviews, Ausstellungsobjekten der Initiative KZ-Außenlager Berlin-Lichterfelde e.V. sowie persönlichen Recherchen der Projektteilnehmerinnen und Projekteilnehmer entstanden.



Paul-Löbe-Schule/Gutenberg-Oberschule
Bei dem Gemeinschaftsprojekt „Gegen das Vergessen“ trafen sich Schülerinnen und Schüler der Paul-Löbe-Schule und der Gutenberg-Oberschule mit der Autorin Digne M. Marcovicz zu einer Lesung aus ihrem Buch „Massel“. Darin hat Marcovicz Gespräche mit zwölf Überlebenden der Shoah zu einer eindringlichen Collage verdichtet. Die Jugendlichen zeichneten die Lesung mit anschließendem Gespräch auf Video auf und verarbeiteten den Film zu einer DVD, die beim Jugendforum denk!mal ’09 präsentiert wurde.


Paul-Singer-Verein/Georg-Weerth-Oberschule
Die Ausstellung „Weg von der Straße! Obdachlosenbetreuung im 19. Jahrhundert in Berlin“, die aus einer Zusammenarbeit des Paul-Singer-Vereins und der Georg-Weerth-Oberschule hervorging, widmet sich der Geschichte des 1868/69 gegründeten Berliner Asylvereins für Obdachlose. Der Preußische Staat war nicht in der Lage, den durch die Industrialisierung bedingten Zustrom von Menschen nach Berlin, bei gleichzeitigem Wohnraummangel und dadurch bedingter zunehmender Obdachlosigkeit, zu steuern. Bürger Berlins beschlossen daher, die Belange der Wohlfahrtspflege – bisher ein Privileg des Adels – in die eigene Hand zu nehmen. Anhand einer Liste der Vermächtnisse wurde festgestellt, dass sehr viele jüdische Bürger sich in dem Asylverein für Obdachlose engagierten und sich so für eine menschenwürdige Behandlung der Ärmsten der Armen einsetzten. Auch an sie, deren Nachkommen in der NS-Zeit aus der deutschen Gesellschaft ausgestoßen und verfolgt wurden, wollten die Jugendlichen mit ihrer Ausstellung erinnern.



Robert-Jungk-Oberschule
In Berlin-Wilmersdorf, nahe der Robert-Jungk-Oberschule, sind drei Stolpersteine in den Gehweg eingelassen. Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs haben im Rahmen ihres Geschichtskurses die Schicksale hinter den „Stolpersteinen in der Sächsischen Straße“ recherchiert. Sie haben Familienangehörige der Menschen, an die die Stolpersteine erinnern, kontaktiert und Bilder und Dokumente aus deren Leben zusammengetragen. Mit der Präsentation dieser Materialien wollen die Schülerinnen und Schüler der Robert-Jungk-Oberschule andere Jugendliche in Berlin dazu anregen, die Patenschaft über Stolpersteine in ihrer Nähe zu übernehmen, um die Erinnerung an das Schicksal dieser Opfer des Nationalsozialismus wach zu halten.



Roter Baum e. V.
Das Projekt „Menschen in finsteren Zeiten – Das Massaker von Kragujevac“ ging aus einer Begegnungsreise von deutschen und serbischen Jugendlichen hervor, die von dem Verein Roter Baum organisiert wurde.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit dem deutschen Kriegsverbrechen in Kragujevac, im besetzten Jugoslawien, bei dem die Wehrmacht am 21. Oktober 1941 als Rache für einen Partisanenangriff 2323 Einwohner der Stadt erschoss. Ihre Rechercheergebnisse haben die Jugendlichen multimedial umgesetzt und unter anderem eine Website erstellt. Damit wollen sie einen Beitrag zur deutsch-serbischen Aussöhnung leisten und das Massaker in das Bewusstsein beider Länder rücken.



Schüler gegen Antisemitismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit e.V.
Der Verein „Schüler gegen Antisemitismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit“ betreibt das Internetportal „Nazis auslachen“. Dort werden im Rahmen des Wettbewerbs „Videos gegen Nazis“ Clips prämiert, die von Jugendlichen hergestellt werden und auf humoristische Weise das intolerante Gedankengut von Rechtsextremen entlarven sollen. Durch diese unterhaltsame Demontage sollen Jugendliche davon abgehalten werden, sich einer rechten, vermeintlich „coolen“ Jugendkultur zuzuwenden.



Schülernetzwerk MuT
MuT steht für „Menschlichkeit und Toleranz“ und ist ein Schülernetzwerk von Berliner Schulen aus den Bezirken Marzahn und Hellersdorf. Die Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, andere Schülerinnen und Schüler über die Themen „Rechte Gewalt“, „Menschenrechtsverletzungen“ und „Intoleranz“ aufzuklären. In ihrem Projekt „Erste Hilfe gegen Nazis“ haben sie einen Kasten mit Materialien zusammengestellt, die unter anderem über Rechtsextremismus und rechte Symboliken informieren. Die Inhalte des „Erste-Hilfe-gegen-Nazis-Kastens“ können im Unterricht verwendet werden, die enthaltenen CDs und DVDs können den Schülern im Tausch gegen rechtes Propagandamaterial ausgehändigt werden.



Werkstatt 0305/Ernst-Litfaß-Schule
Die Ausstellung „Gerechte unter uns“ entstand während eines internationalen Projekts, das sich mit den Opfern der Shoa beschäftigte und mit den Helfern und Rettern, die von der Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ ausgezeichnet wurden. Schülerinnen und Schüler der Ernst-Litfaß-Schule Berlin (OSZ Druck- und Medientechnik) recherchierten im Rahmen dieses Projekts die Geschichte von Jan Levin, die als junges Mädchen vor nationalsozialistischer Verfolgung gerettet wurde und die Geschichten von Elsa Ledetsch und Gisela Reissenberger, die an ihrer Rettung beteiligt waren. Die Schülerinnen und Schüler interviewten Zeitzeugen und besuchten die Originalschauplätze der Geschichte.