mach mal -
Ob Theater, Ausstellungen, Performances, Fotografien, Videos, Interviews... In diese Kategorie passen alle von Euch frei gestalteten Beiträge.

Zeitzeugen ’40- ’45 in der Königin-Luise-Stiftung

Seit dem Jahr 2000 setzen sich Jugendliche in der Königin- Luise- Stiftung kontinuierlich mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Sie laden Zeitzeugen ein, nehmen jährlich an der Kranzniederlegung am Tag der Befreiung in Lichterfelde teil und beteiligen sich am 04.05. mit ehemaligen Häftlingen aus den Niederlanden, am nationalen niederländischen Gedenktag in Sachsenhausen.
Auch in diesem Jahr setzen Schüler im Alter von 14 bis 17 Jahren diese wichtige und notwendige Erinnerungsarbeit fort. Sie treten für eine tolerante und menschenwürdige Zukunft gegen Faschismus, Rassismus und Antisemitismus ein.

Bits against Racism

Die Berliner Falken haben mit Jugendlichen aus Reinickendorf ein Projekt für Vielfalt Respekt und gegen Rassismus durchgeführt. Bei dem Projekt setzte sich die Gruppe intensiv mit dem Thema Rassismus und Rechtsextremismus auseinander. Beispielsweise wurde ein Zeitzeugengespräch mit Überlebenden des Holocaust und einen Vortrag zum Widerstand im Nationalsozialismus in Reinickendorf organisiert. Die Jugendlichen haben gemeinsam Seminare besucht und selbst Texte zum Thema verfasst. Zudem wurde eine “CD gegen Rechts” hergestellt, um im Berliner Bezirk Reinickendorf auch ein hörbares Zeichen gegen Intoleranz und Diskriminierung zu setzen.

Die Ergebnisse sind auf der Homepage „Bits against Racism“ zu sehen:. Hier finden sich Texten zum Thema Rechtsextremismus, die von Jugendlichen für Jugendliche geschrieben wurden. Auf der Homepage kann auch ein Film zum Thema Alltagsrassismus angesehen werden, den die Gruppe selbst produziert hat.

Ungehindert behindert

Die Biesalski-Schule ist eine Schule für Schüler mit dem Förderschwerpunkt „Körperliche und motorische Entwicklung”. Viele sind in ihrer Mobilität eingeschränkt, einige sitzen im Rollstuhl. Im Rahmen der Film-AG und dem Projekt „Kiez-TV” in Kooperation mit dem KiJuB Steglitz – Zehlendorf entstand Ende 2008 der Film „Ungehindert behindert”. Der Film begleitet die Schüler bei einem Ausflug in die direkte Schulumgebung. Es wird deutlich, dass Menschen im Rollstuhl durch viele Hindernisse in ihrer Mobilität eingeschränkt werden. Hierzu gehören zu hohe Bordsteinkanten, nicht rollstuhlgerechte Busse und ein fehlender Fahrstuhl am nächstgelegenen U-Bhf Oskar-Helene -Heim.

Den Schüler ist es wichtig, auf diese Probleme aufmerksam zu machen und sich für ihre Bedürfnisse einzusetzen. Erste Erfolge konnten bereits erzielt werden: Im Mai 2009 wurden mehrere Bordsteinkanten in der Schulumgebung abgesenkt.

S.O.S – Let’s organize Somethin’

Das Ziel der Kampagne „S.O.S – Let’s organize Somethin’“ der Türkischen Gemeinde Deutschland ist es, Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu mehr Beteiligung in Politik und Gesellschaft zu befähigen. Integration soll durch Empowerment erreicht werden.

Durch Workshops zum Thema zivilgesellschaftliches Engagement wird den Jugendlichen gezeigt, welche Möglichkeiten ihnen in der deutschen Gesellschaft offen stehen. Konkret wird etwa trainiert, die Angst vor Publikum zu überwinden und selbstbewusst Initiative zu ergreifen.

Wenn man den Blick zum Himmel hebt, gibt es keine Grenzen mehr

Die Kinder einer Mädchengruppe des CVJM im Märkischen Viertel treffen sich wöchentlich, um sich über Probleme von Ausgrenzung und Rassismus in ihrem Kiez zu auszutauschen und zu beraten.

Welche persönlichen Erfahrungen haben wir mit Diskriminierung gemacht? Wie sind wir damit umgegangen? Wie können wir dazu beitragen, dass Diskriminierung und Rassismus keine Probleme in unserem Viertel mehr sein müssen? Anhand dieser Fragen haben sich die Mädchen Gedanken gemacht, um mögliche Antworten zu finden. Immer wieder wird deutlich, dass Themen wie Diskriminierung und Rassismus leider noch sehr aktuell sind und auf keinen Fall totgeschwiegen werden dürfen.

Für das Jugendforum denk!mal ’10 haben die Mädchen einen Kurzfilm gedreht, in dem sie ihre Gedanken zu den genannten Fragen zum Ausdruck bringen.

Filmdokumentation der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

Der Wahlpflichtkurs „Politik und Zeitgeschichte“ des letzten 10. Jahrgangs der Wilma-Rudolph-Oberschule hat sich im letzten Jahr nach intensiver Vorbereitung auf den Weg nach Krakau gemacht. Dort fand am ersten Tag der Klassenfahrt eine von den Schülern vorbereitete Führung statt. Am 2. Tag machte sich die Gruppe dann auf den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel, der Gedenkstätte Auschwitz/Birkenau. Auch dort haben die Schüler eigene kurze Beiträge zu einzelnen Bereichen geliefert.

Die Gespräche, Gedanken und Empfindungen der Schüler während der Gedenkstättenfahrt werden in dem entstandenen Film dokumentiert. Für alle Beteiligten war die intensive Beschäftigung mit den Geschehnissen vor 65 Jahren eine wichtige und lehrreiche Erfahrung. Dies wird in dem entstandenen Film deutlich.

Wir machen Radio: Eine Sendung zur Pogromnacht

Die Novemberpogrome 1938 markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zu deren systematischer Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete. In der Nacht vom 09.-10. November des Jahres 1938 wurde in Deutschland, Polen, Österreich und vielen anderen Ländern, die jüdische Bevölkerung gedemütigt, ausgeraubt und aus ihren Häusern getrieben. Tausende Wohnungen, Geschäfte und Synagogen wurden zerstört.

Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Zeitgeschichte/Politik des 10.Jahrgangs der Wilma-Rudolph-Oberschule haben eine Radiosendung zur Pogromnacht aufgenommen. Sie sprachen mit Zeitzeugen, recherchierten Berichte aus anderen Ländern, schrieben Texte und stellten Musik zusammen. Auf diese interessante und persönliche Art möchten sie anderen Jugendlichen dieses Thema nahebringen.

Zurückgehen oder bleiben – kurdische und türkische Perspektiven auf den Mauerfall

In dem Videoprojekt des Vereins der Eltern aus Kurdistan – Yekmal e.V. beschäftigen sich Jugendliche mit der In dem Videoprojekt des kurdischen Vereins Yekmal e.V. beschäftigen sich Jugendliche mit der Lebenssituation kurdischer und türkischer Migranten in Berlin-Kreuzberg in den letzten 20 Jahren. Die Dokumentation zeigt, dass die Wende auf Menschen mit Migrationshintergrund existenzielle Auswirkungen hatte: Durch den strukturellen Wandel des Arbeitsmarktes verloren viele ihren Arbeitsplatz. Fremdenfeindlichkeit nahm zu. Häufige Folgen waren Identitätskrisen und eine zunehmende Ethnisierung.

Als Zeitzeugen wurden Mitarbeiter eines Nachbarschaftshauses interviewt, sowie ein Pädagoge, der an einer Kiezschule Angebote zur Integration der Eltern leitet. Auf Grundlage persönlicher und beruflicher Erfahrungen analysierten die Interviewpartner die Erlebnisse, Einsichten und Reflektionen vieler Menschen zu diesem Thema.

Vermisste Nachbarn

In dem Projekt des Kiezbündnis Klausenerplatz e.V. begaben sich Jugendliche im Alter von 11-14 Jahren auf die Spurensuche verfolgter und deportierter Jüdinnen und Juden in ihrem Kiez. Ziel war es, Zeitzeugen zu finden, die über die Judenverfolgung in der eigenen Nachbarschaft berichten können. Mit einem Besuch des Mahnmals am S-Bahnhof Grunewald und einer Führung durch das Blindenmuseum Otto Weidt in der Stiftung „Gedenkstätte Deutscher Widerstand” begann die Dokumentation des Projektes. Durch die Unterstützung des Blindenmuseum konnte der Kontakt zu Inge Deutschkron hergestellt werden, die einer kleinen Abordnung der Gruppe ein Interview gab. Frau Deutschkron musste sich während des Naziregimes zwei Jahre lang versteckt halten und hat dies gegenüber den Jugendlichen ausführlich und beeindruckend geschildert. Die Ergebnisse des Projekts „Vermisste Nachbarn“ wurden in einem 25-minütigen Film dokumentiert. Dieser ist unter www.vermisste-nachbarn.de zu sehen.

Dance Against Racism

Das internationale Tanzprojekt „Dance Against Racism“ fand vom 24. Juli bis zum 8. August 2009 in Berlin statt. Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern waren eingeladen, um in Workshops eine Performance gegen den alltäglichen Rassismus zu erarbeiten. Dabei wurden Erfahrungen und Reflexionen von Rassismus in modernen Tanz, Capoeira Angola und Theater umgesetzt.

Alltagsrassismus in der Mitte der Gesellschaft bildet das Fundament für rechtsextreme Übergriffe und rassistische Gewalt. „Dance Against Racism“ dient der Reflexion des eigenen Standpunkts und der eigenen Verhaltensweisen. Ziel war es verschiedenen Sichtweisen zusammen zu bringen und bei Teilnehmern und Zuschauern ein Bewusstsein für die alltäglichen Erscheinungsformen von Rassismus zu schärfen und neue Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Am abschließenden Wochenende wurde die Choreografie an öffentlichen Plätzen in Berlin präsentiert. Das Projekt wurde in einem begleitenden Film dokumentiert.