schreib mal - Ob Gedichte, Aufsätze, Essays, Berichte, Geschichten, Reportagen... Hier könnt Ihr Eure Gedanken, Ideen und Vorschläge in Textform präsentieren.

“… und nun war für Freudensprünge keine Zeit mehr” – Ein Interview mit Eugen Herman-Friede


Die Schülerinnen und Schüler der Georg-von-Giesche-Oberschule beteiligen sich bereits zum vierten Mal mit einem Zeitzeugenprojekt am Jugendforum denk!mal. In diesem Jahr traf sich der Deutschkurs der 10. Klassen zum Interview mit dem überlebenden Zeitzeugen Eugen Herman-Friede.

Anfang 1943 muss der damals 16jährige Jude untertauchen. In einer Kleinstadt bei Berlin stößt er auf die Widerstandsgruppe “Gemeinschaft für Frieden und Aufbau”, der er sich anschließt. Die immer tollkühner werdenden Aktionen führen schließlich dazu, dass die Gruppe auffliegt. Im Dezember 1944 wurde auch Herman-Friede von der Gestapo festgenommen. Das Ende der nationalsozialistischen Diktatur überlebte er in Gefängnissen. Eugen Herman-Friede erzählt die Geschichte seiner eigenen Kindheit und Jugend, immer aus der Perspektive des lebenshungrigen Berliner Jungen heraus, der er damals gewesen ist.

Die von den Schülern erstellte Dokumentation behandelt sowohl die Jugend Herman-Friedes als auch die Geschichte der bisher recht unbekannte Widerstandsgruppe, die von Luckenwalde aus agierte.

Online-Ausstellung: „Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg”

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und den Landesarchiven von Brandenburg und Berlin sowie dem Bundesarchiv haben Studierende eines Projektkurses des Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin eine Internet-Ausstellung mit dem Titel „Die politischen Häftlinge des Konzentrationslagers Oranienburg” erstellt. An dem Projekt, das von den Professoren Siegfried Mielke und Günter Morsch geleitet wurde, haben 20 Studierende rund zwei Jahre lang gearbeitet.

Narrativer Rahmen dieser Ausstellung, in deren Mittelpunkt mehr als 200 Biografien politischer Häftlinge stehen, bildet die Schrift „Oranienburg” (1934) des ehemaligen Reichstagsabgeordneten Gerhart Seger. Die Autoren wollen mit der Internet-Ausstellung allen politischen Häftlingen des Konzentrationslagers Oranienburg ein Denkmal setzen und ihr Engagement im Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf besondere Weise würdigen. Die Ausstellung kann unter www.stiftung-bg.de/kz-oranienburg besucht werden.

Gedichte „…weil ich noch immer an das Gute im Menschen glaube…“

5. Klasse der Finow-Grundschule

Die 5. Klasse der Finow-Grundschule hat sich in einem fächerübergreifenden Projekt in Deutsch, Italienisch und Geschichte/Politische Bildung mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. Dabei stand insbesondere der Stellenwert von Zeitzeugen im Mittelpunkt. Was sind Zeitzeugen? Warum sind sie wichtig? Was vermitteln sie? Wie können wir ihre Aussagen bewahren und in unserem Alltag präsent haben? Mit diesen Fragen setzen sich die Schülerinnen und Schüler in poetischer Form auseinander.

Das Tagebuch von Anne Frank wurde zur Inspiration und Grundlage für die eigene Dichtung. Es entstanden Gedichte in der Form des Rondells (bestehend aus acht Strophen, in dem sich die zweite, vierte und siebte Strophe wiederholen). Durch die Wiederholung soll der wichtigen Aussage von Anne Frank: „…weil ich noch immer an das Gute im Menschen glaube…“ Nachdruck verliehen werden.

Das Ausländerkrankenhaus Mahlow 1942-1945

In der Zeit von 1942 bis 1945 war Mahlow der Standort eines Krankenhauses für alle schwerkranken und seuchenkranken Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Raum Berlin/Brandenburg. Es hieß „Krankenhaus der Reichshauptstadt in Mahlow, Kr. Teltow”. Grundbesitzer war zu über 90% die Berliner Stadtgüter GmbH. Nach Ausweis des Sterbebuches des Standesamtes Mahlow und einer Grundliste des Friedhofes Güterfelde (heute Stahnsdorf) verstarben dort 1494 Personen.

Eine Jugendgruppe der Evangelischen Kirchengemeinde Mahlow / Glasow hat sich intensiv mit den Lebensumständen der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigt. Es entstand eine Installation, die an die 1494 Toten erinnert. Durch die Aufarbeitung von elf Einzelschicksalen soll der Blick auf die persönlichen Geschichten hinter den anonymen Todeszahlen ermöglicht werden.

Weblog zum DP Camp Schlachtensee

In der frühen Nachkriegszeit gab es im amerikanischen Sektor in Berlin Schlachtensee ein Flüchtlingslager mit dem Namen „Düppel Center”. In diesem so genannten displaced persons camp lebten bis zu 5000 jüdische Flüchtlinge und warteten auf ihre Ausreise – vorzugsweise in die USA und nach Palästina. Vom 26. April bis zum 31. Dezember 2009 konnten Interessierte im Jugendfreizeitheim und Medienkompetenzzentrum Düppel eine Ausstellung zu diesem Flüchtlingslager besuchen.

In Verbindung mit der Ausstellung entstand die Idee, mit Jugendlichen ein Weblog als bleibende Informationsplattform zu erstellen auf dem die Jugendlichen selbstgestaltete Texte, Zeichnungen und Fotos einstellen um an die Schicksale der Flüchtlinge zu erinnern. Besonderes Augenmerk lag auf Zeitzeugen- und Experteninterviews, um aus erster Hand von verschiedenen Persönlichkeiten etwas über das Leben im Lager zu erfahren. Es fanden bereits zwei Experteninterviews statt, die auf dem Weblog www.dpcamp.de zu finden sind. Die Zeitzeugeninterviews sollen 2010 folgen.

Gedichte: „Krieg” und „Pure Sinnlosigkeit”

S. Müller, Schüler der Katholischen Schule Liebfrauen, hat zwei Gedichte verfasst, die in fiktiven Szenen die grausame Sinnlosigkeit der nationalsozialistischen Verbrechen behandeln.
Selbst schockiert und fassungslos ob der in Deutschland geschehenen Katastrophe, will er in seinen Gedichten die Unmenschlichkeit dieser Zeit deutlich und schonungslos beschreiben, um dem Leser einen unmissverständlichen Eindruck davon zu vermitteln, was in deutschem Namen geschah. Die mitunter verstörende Wirkung der Szenen zielt darauf, die Menschen wach zu rütteln. Die Gedichte sind mit Kreuz- und Paarreimen aufgebaut und teilweise mit dem Metrum Trochäus versehen.