mach mal -
Ob Theater, Ausstellungen, Performances, Fotografien, Videos, Interviews... In diese Kategorie passen alle von Euch frei gestalteten Beiträge.

ZUGANG

Welchen Zugang haben Jugendliche aus sozialen Brennpunkten zu den etablierten Kulturbetrieben und Bildungseinrichtungen? Im Rahmen ihrer ‚Berlin-Tour’ ging das JugendtheaterBüro Berlin dieser Frage nach. Ihre Eindrücke haben sie in einem Dokumentarfilm mit dem Titel „ZUGANG“ festgehalten.

Die herbstliche Tour durch ganz Berlin war ein Flashmobtheaterspektakel der besonderen Art mit dem das JugendtheaterBüro ein Zeichen setzen möchte. Die Dokumentation zeigt wie sich Jugendliche für Menschenrechte einsetzen und ZUGANG als neues Menschenrecht fordern.

„Was Wir Wollen“


„Wir wollen Frieden und zwar für alle!“ Diese Aussage bildete den Ausgangpunkt und motivierte die Kreuzberger Jugendlichen zu ihrem Projekt.
Ihren Wunsch nach Gewaltlosigkeit, Akzeptanz und Gleichberechtigung für alle Menschen jenseits von Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Religion, Herkunft oder Ethnizität machten sie zum Thema. Acht Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse des Hermann-Hesse-Gymnasiums mit türkischer und afghanischer Herkunft erarbeiteten dazu eine Performance mit Masken. Die Masken wurden von den Jugendlichen selbst hergestellt, anschließend bereiteten sie ihre Performance vor.
Innerhalb der Performance wollen die Schülerinnen und Schüler zeigen, was es bedeutet diskriminiert zu werden und zu diskriminieren. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt, eine Lösung zu finden und den Teufelskreis von Gewalt und Intoleranz zu durchbrechen.
Die Performance ist ein Aufruf für Mut und gegen Gewalt.

Verfolgt – Misshandelt und Getötet

Die Schülergruppe der Klasse 9c des Lucas-Cranach-Gymnasiums in Lutherstadt Wittenberg hat es sich zum Ziel gesetzt, Erinnerungen ihrer eigenen Großeltern sowie von Bewohnerinnen und Bewohnern eines Altenpflegeheimes und älterer Bekannter schriftlich festzuhalten. Das Erinnern an vergangene, schreckliche Zeiten darf nicht in Vergessenheit geraten oder verleugnet werden, so ihr Credo. Zu diesem Zweck haben sie recherchiert und selbst Interviews durchgeführt. Bei manchen Interviews mussten sei feststellen, dass die Interviewten sich nicht erinnern wollten.
Im Rahmen ihres Projektes haben sie außerdem „Stätten der Erinnerung“ besucht, die Räumlichkeiten besichtigt, Augenzeugenberichte gelesen und gehört, darunter die Geschichte von Herrn Grizenko. In Wittenberg selbst stießen sie auf „Stolpersteine“ und erfuhren mehr zu deren Hintergründen.
Aus all diesen Informationen wurden Schautafeln angefertigt, auf denen sie ihre Gedanken, Erlebnisse und Erfahrungen in Schrift und Bild präsentieren. Zur Ausstellungseröffnung werden die Jugendlichen zudem mit einer kleinen Überraschung im Gepäck anreisen.

,,Denkmal – denk mal nach!’’


Um Kindern und Jugendlichen geschichtliche Zusammenhänge näherzubringen, wurde mit der Spurensuche vor der eigenen Haustür angefangen. Die Kinder der Jugendgruppe des Heimatsvereins Müncheberg haben die Denkmäler und Grabstätten ihrer Umgebung besucht und geschichtlich aufgearbeitet. Sie folgten den Spuren der Müncheberger Jüdinnen und Juden und beschäftigten sich mit dem Synagogen-Brand 1938 während der Reichsprogromnacht.
In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges, zwischen dem 16. und 19. April 1945, wurde Müncheberg zerstört, viele deutsche und sowjetische Soldaten starben. Diese letzten Tage des Krieges endeten erst in Berlin mit der deutschen Kapitulation.
Mit ihrem Projekt hat die Gruppe am Zeitensprüngeprogramm der Stiftung Demokratische Jugend teilgenommen. In der Ausstellung des Jugendforums denk!mal wollen sie ihre Spurensuche dokumentieren.

“Spurensuche nach nationalsozialistischer Vergangenheit”


…so heißt der Profilkurs der an denk!mal 2011 Teilnehmenden in der Brüder-Grimm-Grundschule Berlin-Mitte (Wedding).
Im Laufe eines halben Jahres suchten die 5-10 Schülerinnen und Schüler im Wedding Orte auf, die an die NS-Zeit erinnern. Sie befassten sich mit der deutschen Vergangenheit und warum diese bis heute eine Bedeutung für junge Menschen hat. Gleichzeitig ist diese Vergangenheit auch eine Mahnung an die heutige Generation.
Besonders berührte die Teilnehmenden, dass in der Brüder-Grimm-Grundschule während des Nationalsozialismus ein namentlich bekannter Lehrer aus dem Unterricht heraus verhaftet und in Plötzensee hingerichtet wurde. Einziger Grund war sein Eintreten für Frieden. Eine Gedenktafel in der Schule erinnert heute täglich an ihn. Einem Priester, Max-Josef Metzger, aus der örtlichen Kirchengemeinde starb ebenfalls gewaltsam unter den Nationalsozialisten.
Die Gruppe gestaltete Plakate, um die Spuren dieser Menschen wieder aufzunehmen.

„Scharfenberger Erinnerung“ 1932-1934

Externe wie interne Schülerinnen und Schüler der Schulfarm Insel Scharfenberg recherchierten über den Inselalltag des Internatsgymnasiums in den Jahren 1932-1934. Hierbei geht es im Wesentlichen auch um Erinnerungen an Hans Coppi, der u.a. als Mitglied der Roten Kapelle im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv war. Am 22.12.1942 wurde Hans Coppi im Strafgefängnis Plötzensee hingerichtet.
Die Ergebnisse der Recherche werden im Rahmen eines Schul- und Internatsprojekt erarbeitet und sollen in einer Ausstellung anhand von Schaubildern dargestellt werden. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt auf der Schulfarm Insel Scharfenberg.
Geplant ist, dieses Projekt in den kommenden Schuljahren fortzuführen, um Klarheit über die Vorgänge in Scharfenberg während der NS- Zeit zu erhalten, aber auch um der aus Scharfenberg hervorgegangenen Widerstandskämpfer zu gedenken.

Türken Sam


Anlässlich der aktuellen „Integrationsdebatte“ möchten die Jugendlichen des JugendtheaterBüros Berlin auf persönliche Art und Weise Szenen über verheerende Konflikte in der deutschen Gesellschaft präsentieren. Ihre Szenen erarbeiteten sie sich auf Basis der autobiografischen Erzählungen von Cem Gülay in dem viel diskutierten Buch „Türken-Sam“.

„Ich bin nicht der Integrationsbeauftragte der Bundesrepublik. Ich bin nur ein Gastarbeiterkind, das ein Gangster geworden ist. Aber ich kann etwas erzählen. Ich erzähle euch meine Geschichte. Die Geschichte von Türken-Sam.“

Wie ist es möglich, dass der junge Deutsch-Türke, der immer „dazugehören“ wollte in solch eine Situation gerät? Dabei müsste er mit seinem fließenden Deutsch und dem deutschen Abitur doch eigentlich ein Beispiel gelungener Integration sein…

“Einblicke” in das Leben von Berliner Schülerinnen und Schülern

In einer 30minütigen Film-Collage werden „Einblicke“ in das Leben von Berliner Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln gewährt. Entstanden ist der Film 2010 im Rahmen eines Videoprojektes von Metaverse e.V. und AllAboutUs FilmFactory Amsterdam. Etwa 150 Jugendlich im Alter von 13-18 Jahren haben sich mit spielerischen, musikalischen und bildnerischen Mitteln mit ihrem Leben, d.h. ihren Interessen, Wünschen, Problemen, ihrem Verhältnis zur Familie und vielem mehr, auseinandergesetzt. Ständiger Begleiter war dabei die Kamera. Sie nimmt den Blick des Gegenüber, der Banknachbarin oder des Schulfreundes ein. Sie hält die lauten, scheuen, die lustigen und überraschenden Momente fest, in denen die Jugendlichen über sich und andere reflektieren: Wer bin ich, wie sehe ich meine Mutter, was ist mir wichtig, wie soll meine Zukunft aussehen…? Antworten werden assoziativ gesucht und gegeben. Ausgehend von den Bildern im Kopf, über die Fremd- und Eigenwahrnehmung, bis hin zur Arbeit mit (fotografischen) und in (filmischen) Bildern. Das interkulturelle Filmprojekt wurde gefördert vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung.

By the way – Norweger in Sachsenhausen


Für vieles bleibt bei großen Schulfahrten oft nicht genügend Zeit. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen haben sich acht norwegische Auszubildende aus dem Bauwesen in der Gedenkstätte Sachsenhausen für ein einwöchiges Projekt zusammengefunden. Beim Erkunden und Kennenlernen des Ortes des ehemaligen Konzentrationslagers haben die Jugendlichen den interessanten Details, die oft auf den ersten Blick nicht sichtbar werden, besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Anstelle einer vermeintlich objektiven Dokumentation ihrer Reise befasste sie sich mit ihren eigenen Erwartungen an den Ort, ihren Eindrücken und Erlebnissen. Als thematischer Schwerpunkt beschäftigten die Jugendlichen sich mit Schicksalen norwegischer Häftlinge und versuchten diese nachzuzeichnen. Betreut wurden sie von dem in Berlin ansässigen freien Künstler Thorsten Streichardt, mit dessen Unterstützung sie eine Ton-Dia-Show anfertigten. Mit künstlerisch-gestalterischen Mitteln erschufen sie so einen Raum zur Darstellung ihres ganz persönlichen Zugangs zum ehemaligen Konzentrationslager.

Jüdisches Leben in Bernau


Ziel des Projektes des Bildung-Begegnung-Zeitgeschehen Bernau e.V. ist es, die Geschichte des jüdischen Lebens in Bernau zu erfahren und einige Biografien zu erforschen. Wie haben jene Menschen die NS-Zeit erlebt und überlebt?
Die Projektteilnehmenden haben Zeitzeugen befragt, die in der Zeit des Nationalsozialismus lebten und erforschten die Bernauer Chroniken und öffentlich zugängliche Quellen wie Fotos und Dokumentarfilme im Bernauer Stadtarchiv. Zudem bezogen sie Postkarten aus dem Warschauer Ghetto mit in ihre Untersuchungen ein. Neben der Quellenrecherche lag ein weiterer Schwerpunkt auf dem Besuch von Museen und historischen Orten in der Region. Das Jüdische Museum und die Zitadelle Spandau bildeten die Höhepunkte der Exkursionen.
Die Jugendlichen bauten auch einen intensiven Kontakt zu einer Zeitzeugin auf, die ihre Erinnerungen in einem Buch festgehalten hat und daraus mehrfach vorlas. So konnten die Teilnehmenden die historischen Ereignisse emotional besser erfassen.
Das Projekt wurde bereits auf dem Jugendgeschichtstag in Potsdam 2010 präsentiert.

Roma-Holocaust und historische Verantwortung

Unter dem Dach der Vereins Amaro Drom e.V. versammeln sich jugendliche Roma sowie Nicht-Roma, um die interkulturelle Jugendselbstorganisation zu fördern. Mit ihrem Projekt wollen sie ihre Erinnerungsarbeit zum Völkermord an den Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus sowie ihr Engagement für die historische Verantwortung Deutschlands und Europas im Jahr 2010 dokumentieren. Zur historischen Erinnerung wurden verschiedene Projekte durchgeführt, so ein internationales Gedenkseminar anlässlich des Tages zur Erinnerung an die ermordeten Roma und Sinti am 2. August in Auschwitz, ein Workcamp mit dem Internationalen Bauorden in Buchenwald sowie Aktivitäten für ein Bleiberecht der Roma aus dem Kosovo in Deutschland. Mit diesen Projekten geht es ihnen nicht nur um lebendige Erinnerung, sondern auch um die Reflexion und die Bekämpfung aktueller rassistischer Tendenzen in Europa durch ein länderübergreifendes Jugendnetzwerk. Die historische Verantwortung Deutschlands und Europas wird im Fall der Kosovo-Roma an verschiedenen Stellen hervorgehoben, dabei haben sich die jungen Menschen auch selbst dieser Verpflichtung gestellt.
Präsentieren möchten sie ihre Arbeit in Form einer Fotoausstellung sowie kurzer filmischer Dokumentationen.

Die 10. Muse der Juden – Lachen hilft zu überleben

Das Projekt der Katholischen Schule Liebfrauen behandelt das jüdische Kabarett in der NS-Zeit. Es gab viele jüdische Kabarettisten, die in Berlin lebten und das Stadtleben prägten. Diese machten nicht nur politische Satire, sondern auch „Amüsierbrettl“. So gab es in Berlin Einrichtungen wie z.B. das Ka de Ko, der Begriff steht als Abkürzung für Kabarett der Komiker. Jüdische Künstlerinnen und Künstler wurden nicht aufgrund ihrer künstlerischen Werke verfolgt, sondern wegen der NS-Rassengesetze.

Der Film „Die 10. Muse der Juden- Lachen hilft zu überleben“ handelt von Größen wie Fritz Grünbaum, Rudolf Nelson, Friedrich Holaender, Walter Mehring, Paul Morgen und Anderen. Außerdem werden Interviews sowie Bild- und Tonausschnitte von jüdischen Kabarettisten gezeigt, die in der NS-Zeit bzw. in den 30er Jahren Kabarettgeschichte schrieben. Ziel des Projekts ist es, aufzuzeigen, dass es jüdische Kabarettisten gab, die trotz der Verfolgung durch die Nationalsozialisten den Mut hatten noch im Exil oder in der Gefangenschaft Kabarett zu machen. Als Arbeitsergebnis wird ein Film präsentiert, der im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts entstanden ist.

Überleben im Untergrund: Versteckte Juden und ihre Helfer im Berlin der Nazizeit


Jugendliche der AG (L)Einwand des Vereins Juventus e.V. haben sich auf Spurensuche in die Vergangenheit begeben. Sie suchten nach Zeugnissen der „stillen Helden“, die während der NS-Diktatur in Berlin Jüdinnen und Juden versteckt haben und setzten sich mit Biografien von Jüdinnen und Juden auseinander, die vor der Verfolgung untertauchen mussten. Bei der Beschäftigung mit diesem bislang noch wenig beachteten Kapitel der Geschichte des Widerstands gegen das Naziregime wurde versucht, beide Seiten zu beleuchten: die Motive der Helfenden, trotz der Gefährdung für das eigene Leben andere Menschen zu verstecken und damit vor dem sicheren Tod zu bewahren, sowie die Gründe und Abgründe der Flucht für die Verfolgten. Der entstandene Videofilm trägt den Titel „Überleben im Untergrund“.

Gedenken gestalten – Ein Video-Kunst-Projekt


In unmittelbarer Nachbarschaft des Stadtgutes Blankenfelde in Pankow befand sich von 1942-1945 ein Zwangarbeiterlager für arbeitsunfähige Ostarbeiterinnen- und arbeiter. Im Sommer 2009 wurden auf dem heute brachliegenden Feld des ehemaligen Lagergeländes im Rahmen einer Projektwoche des Max-Delbrück-Gymnasiums erste Recherchen, archäologische Ausgrabungen und Filmarbeiten durchgeführt. Da trotz der spannendes Erinnerungsarbeit vor Ort weiter nichts an das Lager und seine Insassinnen und Insassen erinnert, führte die AG (L)Einwand des Vereins Juventus e.V. zwischen August und November 2010 mit Hilfe von Videotechnik eine Auseinandersetzung über Formen und Inhalte von Erinnerung. Aus diesem Diskurs heraus entwickelten sie eigene Ideen für einen ,,Gedenkort’’ in Blankenfelde. Die entstandenen beiden Entwürfe werden ab Januar 2011 der Öffentlichkeit in einer Online-Abstimmung präsentiert. Die Siegeridee soll dann der bezirklichen Gedenktafelkommission mit einem Antrag der Jugendgruppe auf Realisierung derselben übergeben werden. Das Projekt, gefördert vom Bezirksamt Pankow und dem Berliner Jugendprogramm respectABel, möchte seine Ideen zur Gestaltung des Ortes auf dem Jugendforum denk!mal präsentieren.

Weitlingkidz: Das ist Lichtenberg (Ein Jugendmedienprojekt auf Facebook)


Was kann getan werden, wenn der eigene Kiez in Verruch geraten ist und Vorurteile den Blick versperren? Lange, zu lange, sahen sich die Anwohnerinnen und Anwohner des Weitlingkiezes – Gewerbetreibende, Kreative, Künstler und viele mehr – immer wieder mit denselben Klischees über ihren Kiez konfrontiert.
Doch Lichtenberg – speziell der im Rummelsburger Ortsteil gelegene Kiez zwischen Victoriastadt und Weitlingstraße – verändert sich. Die im Zuge umfangreicher Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren aufgewerteten Wohnquartiere zwischen Ringbahn und Weitlingstraße mit schönen Parkanlagen und einzigartigem Gründerzeit-Flair sowie die günstige Verkehrsanbindung des Kiezes ziehen viele neue Bewohner an. Und das ist auch gut so. Im Medienprojekt ,,Weitlingkidz’’ auf Facebook beschäftigen sich Jugendliche mit ihrem Bezirk und den nach wie vor existierenden Vorurteilen. Sie wollen ihren Blick auf den Kiez mit Anderen teilen und sich über aktuelle Entwicklungen im Bezirk austauschen. Das Projekt findet im Rahmen der AG (L)Einwand des Vereins Juventus e.V. statt und wurde durch das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut – Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ in Lichtenberg-Mitte unterstützt.

Zeitzeugenprojekt ’40 – ’45

Solange es Zeitzeugen gibt, Menschen, die sich erinnern, lebt die Geschichte unmittelbar fort. Mit ihrem Zeitzeugenprojekt möchte die Königin-Luise-Stiftung dazu beitragen, dass die Vergangenheit nicht abgehakt oder „entsorgt“ wird. In Form von Zeitzeugengesprächen möchten sie sich weiterhin mit der nationalsozialistischen Vergangenheit beschäftigen. Noch besteht die Möglichkeit, Zeitzeugen direkt zu befragen. Diese Chance nutzten die Schülerinnen und Schüler, um sich mit „ihren“ Zeitzeugen zu erinnern: mit Joop Snep und Gerhard de Ruiter, ehemals niederländische Zwangsarbeiter aus dem KZ-Sachsenhausen. Gemeinsam wollen sie ihre Erlebnisse der Schreckensherrschaft im Zeitraum von 1940-1945 reflektieren. Zu den Gesprächsrunden in der Königin-Luise Stiftung gehören auch die gemeinsamen Besuche historischer Orte, wie dem KZ-Sachsenhausen.

Die Nähe zu den vergangenen Ereignissen löst Betroffenheit aus und trägt dazu bei, dass Erinnerung lebendig bleibt. Sie vermittelt Einsichten, die dazu führen, mit Klarheit und Entschiedenheit gegen politisches und soziales Unrecht aufzutreten.

siemens@ravensbrück

„Nur die Erinnerung kann verhindern, dass sich das geschehene Unrecht wiederholt.“
In diesem Sinne hatten Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens-Werkberufsschule und des Strittmatter-Gymnasiums in Gransee, während eines fünftägigen Begegnungsseminars in Ravensbrück die Gelegenheit, Margrit Rustow und Selma van de Perre zu treffen.

Margrit Rustow und Selma van de Perrre wurden 1944 im Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert und mussten in den 1942 in unmittelbarer Nähe errichteten Werkhallen der Firma Siemens & Halske gegen Ende des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeit leisten.

Die offene Gesprächsatmosphäre mit den Überlebenden, die Erkundung des Ortes sowie eigene Archivrecherchen ermöglichten den Jugendlichen eine intensive Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit. Ihre Erfahrungen haben sie in einem Dokumentarfilm und einer Internetseite festgehalten.

Rozsi – eine Bildergeschichte


Rozsi. Das ist der Name, den das 1931 in den Karpaten geborene Mädchen von den Ungarn erhält, als es im April 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wird.
Im Oktober 1944 hat Roszi das Glück für einen Arbeitseinsatz ausgewählt zu werden und somit dem Vernichtungslager zu entkommen. Mit Zwischenstationen im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück wird sie im November 1944 in das Arbeitslager Lippstadt II gebracht. Nach der Befreiung geht Roszi für einige Jahre nach Israel, heute lebt sie in Berlin.
Schülerinnen und Schüler eines berufsvorbereitenden Lehrganges der Ernst-Litfaß-Schule trafen sich mit der Zeitzeugin während einer Projektwoche in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Aus dieser Begegnung heraus entstanden 14 Druckgraphiken, die zusammen mit begleitenden Texten einen Ausschnitt aus Roszis Leben zeigen.

Gegen das Vergessen – Sachsenhausen

Das Evangelische Jugendreferat im Kirchenkreis Moers hat als einen Themenschwerpunkt die “Erinnerungsarbeit” seit vielen Jahren in ihrem Programm.
Dazu dienen Bildungsveranstaltungen zu den entsprechenden Gedenktagen vor Ort, wie z. B. zur Progromnacht am 9. November oder zum Kriegsbeginn am 1. September. Die Besuche von Gedenkstätten des Holocausts wie Auschwitz, Theresienstadt, Dachau, oder in diesem Jahr Sachsenhausen sind fester Bestandteil des Programms. Die Besonderheit der diesjährigen Fahrt bestand in dem Versuch, generationenübergreifend den Besuch der Gedenkstätte zu gestalten.
Junge Leute wurden nicht nur mit der Geschichte an diesem Ort konfrontiert, sondern es fand gleichzeitig ein Dialog mit den Älteren statt, bei dem es um die unterschiedliche Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Geschichte ging.
Eine weitere Besonderheit war die künstlerische Gestaltung eines Bildes, das sich in dem Prozess der Gruppe sukzessiv entwickelte. Dieses Bild, das zum Abschluss der Fahrt der Gedenkstätte überreicht wurde, wird in der Ausstellung des Jugendforums denk!mal präsentiert werden.

Tote lügen nicht

Die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Ulrich-von-Hutten-Oberschule wählten für ihr Projekt zum Thema Nationalsozialismus einen eher unkonventionellen Zugang.
Im Mittelpunkt steht eine Holzpuppe von der Größe eines Menschen, die mit schwarzem Laken bespannt ist. Auch die hölzernen Arme sowie der Kopf der Puppe wurden schwarz bemalt, wobei die Farbe Schwarz symbolisch zu verstehen ist. Auf der Puppe sollen Dokumente befestigt werden, die auf die unterschiedlichen Opfer des Nationalsozialismus und des Krieges hinweisen. Dabei versuchen die Jugendlichen, ihr Augenmerk auf ein breites Spektrum von Opfern zu richten.
Ihre Puppe möchten sie als Ausstellungsobjekt auf dem Jugendforum denk!mal vorstellen.

Kalender setzen Zeichen – KREATIVHAUS e.V.

Welche Einstellungen und Haltungen nahm die nichtjüdische deutsche Gesellschaft zur NS- Zeit Jüdinnen und Juden gegenüber ein?
Mit dieser Frage haben sich 26 Jugendliche im Alter von 12-15 Jahren, die die weiterführende Evangelische Schule Berlin Zentrum besuchen, in ihrem Projekt beschäftigt.
Dafür haben sie Schicksale einzelner Jüdinnen und Juden sowie „unbesungener Helden“ erforscht. Angetrieben wurden sie dabei primär von zwei Fragen:
Wie hätte Deutschland zwischen 1933 und 1945 ausgesehen, wenn Adolf Hitler nie geboren worden wäre? Was hat Menschen dazu bewogen und ermutigt, Widerstand gegen die Diktatur zu leisten und Jüdinnen und Juden zu helfen?
Ausgehend von Zeitzeugengesprächen, Ausstellungsobjekten, Fotos und Texten von Gedenkstätten entwickelten die Jugendlichen einen Jahreskalender 2011 und ein Booklet mit zusätzlichen vom Handy abrufbaren Multimediainhalten. Mit ihrem Kalender wollen sie an die Menschen, die Widerstand leisteten erinnern und ein Zeichen für ein tolerantes Miteinander setzen.

Deutsch-polnische Begegnung mit der Geschichte. Workcamp in der Gedenkstätte Mauthausen und Gedenkfeier Plötzensee 2010


Der Jugendarbeitskreis Berlin im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. führt jedes Jahr internationale Workcamps durch, in denen Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird, sich mit historisch-politischen Themen zu beschäftigen und dabei Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu schließen.
So fand im Juli 2010 ein Workcamp im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen statt. 25 Jugendliche aus Polen und Deutschland verbrachten gemeinsam zwei Wochen und leisteten in der Gedenkstätte Pflegearbeiten. Außerdem beschäftigten sie sich mit den Themen „Rechtsextremismus heute“ sowie „Schicksalen von Jugendlichen während der NS-Zeit“.
Da das Interesse und Engagement vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Workcamp hinaus bestehen blieb, reisten neun polnische Jugendliche im November 2010 nach Berlin, wo sie zusammen mit den Mitgliedern der Berliner JAK eine Gedenkfeier in der Gedenkstätte Plötzensee gestalteten.
Auf dem Jugendforum denk!mal möchten sie ihr Projekt in Form von niedergeschriebenen Gedanken der Teilnehmenden, mit einem Modell für eine Gedenkinstallation sowie durch Fotografien vorstellen.

Da das Interesse und Engagement vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Workcamp hinaus bestehen blieb, reisten neun polnische Jugendliche im November 2010 nach Berlin, wo sie zusammen mit den Mitgliedern der Berliner JAK eine Gedenkfeier in der Gedenkstätte Plötzensee gestalteten.
Auf dem Jugendforum denk!mal möchten sie ihr Projekt in Form von niedergeschriebenen Gedanken der Teilnehmenden, mit einem Modell für eine Gedenkinstallation sowie durch Fotografien vorstellen.

Zwangsarbeiterlager in Berlin-Lichtenberg 1939-1945


Von 1939 bis 1945 gab es allein im Bezirk Berlin-Lichtenberg 29 Zwangsarbeiterlager. An keinem der Standorte wird heute auf die Vergangenheit des Ortes hingewiesen. Es mangelt an einer öffentlichen Dokumentation der Geschichte mit Informationstafeln oder Ähnlichem. Mit ihrem Projekt versuchen die Lichtenberger Jugendlichen dieser Problematik einer fehlenden Erinnerungskultur etwas entgegenzusetzen. Eine Gruppe, bestehend aus vier geschichtsinteressierten Jugendlichen, die vom Medienkompetenzzentrum „Die Lücke“ in Lichtenberg betreut wurden, machte sich auf die Suche nach Spuren der NS-Geschichte in ihrem Kiez.
Im Projektverlauf haben die Jugendlichen Standorte ehemaliger Zwangsarbeiterlager recherchiert, fotografisch dokumentiert und anschließend die einzelnen Orte zu einer Route verbunden. Diese Route möchten sie in einem nächsten Schritt als Geocaching aufarbeiten und einen dazugehörigen Audioguide erstellen.
Um ihre Rechercheergebnisse zu präsentieren und allen Interessierten zugänglich zu machen, haben sie zudem eine Homepage erstellt.

Stolpersteine für Familie Jacobi aus Siemensstadt

Nach einer Gedenkstättenfahrt in das ehemalige Ghetto Theresienstadt im Jahr 2009 entstand bei den den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Wunsch, mehr über die dort inhaftierte Familie Jacobi zu erfahren, die in unmittelbarer Nähe ihrer Schule wohnte. Ein Ziel sollte es sein, Stolpersteine für das Ehepaar zu setzen.
Erna und Max Jacobi, jüdischer Abstammung aber evangelisch getauft, wohnten seit 1922 in Siemensstadt. Sie wurden 1943 nach Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Ihr Sohn Helmut konnte 1939 nach England fliehen.

Über ein Jahr recherchierten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau über die Familie. Archive wurden besucht oder angeschrieben, viele der Quellen konnten erstmalig erschlossen werden. 2010 folgte eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz.
Neben einem Heft wurde aus den Forschungsergebnissen eine szenische Lesung über die Familie erarbeitet, die zur Einweihung der Stolpersteine am 14.12.2010 vorgetragen wurde.

„Der Kick“ von A. Veiel und G. Schmidt, Regie: Stephan Rumhorst


Theater will nicht nur unterhalten, sondern auch sichtbar machen.
Getreu diesem Motto hat sich die Theatergruppe des Magma Theaters Spandau dem Stück „Der Kick“ von Andreas Veiel und Gesine Schmidt angenähert.
„Der Kick“ ist nicht nur die Geschichte einer im Jahr 2002 geschehenen Mordtat, sondern blättert in der Vergangenheit eines Dorfes und zeichnet soziale Strukturen nach. Aussagen, Protokolle, Zeitungsartikel und Gerichtsakten werden dramaturgisch zu einem Theaterstück verdichtet. Erzählt wird die Geschichte zweier Mütter, die Geschichte von Schreien nach Hilfe und der Suche nach Verantwortung.
Mit dem Stück „Der Kick“ bot sich der Theatergruppe die Möglichkeit, Theater als soziales Instrument zu ‚erleben’. Die Autoren zeichnen nicht nur die Spuren nach, die zu der Tat führten, sondern rufen die Zuschauenden selbst auf, Stellung zu beziehen. Eine einfache Schwarz-Weiß-Darstellung funktioniert hier nicht. „Der Kick“ möchte aufrütteln und schreckt auch vor schwierigen Fragen nicht zurück: Kann es sein, dass man selbst diesen Tätern Empathie entgegenbringt?
Passend zum diesjährigen denk!mal – Motto „Weil Menschen Spuren hinterlassen…“ wollen die jugendlichen Schauspieler am 17. Januar 2011 die Spuren nachzeichnen, die zu dem Mord führten.

Aspekte der Holocaust-Erziehung an der Jüdischen Oberschule

An der Jüdischen Oberschule wurde ein Curriculum für die „Holocaust-Erziehung“ erarbeitet.
Ein wichtiger Bestandteil der Holocaust-Erziehung ist ein jährlich am 9. November stattfindender Projekttag, dessen Ziel es ist, den Schülerinnen und Schülern die unterschiedlichen Dimensionen des Holocausts nahezubringen.
In diesem Jahr widmeten sich die Klassen 6 und 8 den Themen “Kinder im Ghetto” und „Das Leben der Juden in Ungarn“. Die Ergebnisse dieser Workshops wurden auf Plakaten sowie in einem Portfolio festgehalten.
Die 10. Klassen erkundeten das “Mahnmal für die ermordeten Juden Europas” und dokumentierten ihre Erfahrungen.
Ein weiterer Aspekt der Holocaust-Erziehung ist die enge Zusammenarbeit der Schule mit dem Jüdischen Museum, wo Schülerinnen und Schüler regelmäßig an Archiv-Workshops teilnehmen. Die Eindrücke vom letzten Archiv-Workshop verarbeitete der Leistungskurs Kunst (1. Semester) in Plakaten.

Ausgrenzung – damals und heute


Im Rahmen des Unterrichts der Gesellschaftswissenschaften (GeWi) haben sich die Schülerinnen und Schüler der Freien Grundschule Pfefferwerk mit dem Thema „Ausgrenzung – damals und heute“ auseinandergesetzt.
Nach einer Zeit der Recherche und des Reflektierens eigener Erfahrungen mit Ausgrenzung allgemein und speziell in der NS-Zeit, beschäftigten sie sich intensiv mit dem Schicksal einiger Opfergruppen der NS-Zeit.
Es wurde ihnen immer deutlicher, dass man die Spuren des Nationalsozialismus bis in unsere Zeit hinein verfolgen kann, und wie wichtig ein lebendiges Erinnern an die Opfer und Verbrechen des Nationalsozialismus ist. Die Schülerinnen und Schüler wollen Vorurteile und Ausgrenzung in unserer Gesellschaft erkennen und bekämpfen.

Sie werden ihre Erfahrungen in Form eines Film-Hörspiels vorstellen. Thema sind alltägliche Begebenheiten, in denen Ausgrenzung und Intoleranz deutlich werden. Als Mahnung, dass oft schon ein unüberlegtes Wort den giftigen Keim einer längst überwunden geglaubten Zeit in sich trägt.

Luxemburger im Zweiten Weltkrieg – Ein Zeitzeugenprojekt Luxemburger Schüler gegen das Vergessen

Im April 2010 jährte sich die Befreiung der Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen zum 65. Mal. An den internationalen Gedenkfeierlichkeiten in Oranienburg beteiligten sich auch Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Fräi-Effentlech-Waldorfschoul Lёtzebuerg. Auf dem Gelände der Gedenkstätte im Gebäude der ehemaligen Lagerwäscherei organisierten sie eine Ausstellung über die Ergebnisse ihres Oral History Projekts zum Zweiten Weltkrieg. Die Jugendlichen hatten in wochenlanger, überwiegend eigenständiger Arbeit Interviews mit Luxemburger Zeitzeugen vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet und hieraus schließlich eine multimediale Präsentation entwickelt. Zu den Gesprächspartnern der Schüler gehörten Verwandte, Nachbarn, Bekannte und darunter auch zwei Menschen, die selbst Häftlinge in den Konzentrationslagern Dachau und Sachsenhausen waren. Die Schülerinnen und Schüler – inzwischen in der 10. Klasse – kommen nun nach Berlin, um aus Anlass des Holocaust-Tages ihre Ausstellung noch einmal zu zeigen.

Weg zum Gedenken


Eine Gedenktafel auf dem Schulgelände der Hector-Peterson-Schule erinnert an vier Lehrerinnen und Lehrer, die wegen ihres jüdischen Glaubens 1933 aus dem Schuldienst entlassen wurden, und anschließend verfolgt und ermordet wurden.
Im Wahlpflicht Kunst und an Projekttagen begaben sich Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassenstufe auf die Spuren der ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer. Durch die Besichtigung ausgewählter Orte der Berliner „Erinnerungslandschaft“ konnten sie die Stationen ihres Leidensweges zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgen. Zum Gedenken an die Lehrerinnen und Lehrer wurde von den Jugendlichen ein persönlicher Beitrag gestaltet und dem Archiv der Erinnerung in der Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Rathaus Schöneberg übergeben. Angeregt durch die unterschiedlichen Darstellungsformen der besichtigten Erinnerungsorte entstand die Idee einer auf die Gedenktafeln bezogenen Wegeführung. Diese soll durch eigene künstlerische Gestaltungen zu einem Weg des Erinnerns und des Gedenkens ergänzt werden.

Sterne, Spuren & Nazis

Die Auszubildenden der BEST-Sabel Touristikakademie konzipierten und drehten für das Jugendforum denk!mal einen Videofilm, mit dem sie zwei Ziele verfolgen. Sie wollen den Erinnerungen der Zeitzeugen Raum geben und diese darstellen, und dabei gleichzeitig zeigen, inwieweit sich junge Menschen heutzutage noch mit dem Thema auseinandersetzen. Ihr Film besteht aus Zusammenschnitten von Interviews, in denen junge und ältere Menschen unterschiedlicher Herkunft zum Thema Nationalsozialismus befragt wurden. Für ihre Interviews besuchten die Jugendlichen ein jüdisches Seniorenheim, einen Seniorentreff, die Gedenkstätte Sachsenhausen sowie das Holocaust-Mahnmal in Berlin und fingen dort mit ihrer Kamera Meinungen und Erinnerungen Einzelner ein. Das Gespräch mit Herrn Adam König, einem Überlebenden der Konzentrationslager Sachsenhausen und Auschwitz, bildet das Kernstück des Films. Adam König war nach 6 Jahren Haft bei seiner Befreiung am 15. April 1945 gerade einmal 22 Jahre alt.

“…Und sie marschieren wieder”- Ein Tanztheater-Projekt nach einer Romanvorlage von Morton Rhue


Wie entsteht Faschismus? Ein junger amerikanischer Lehrer entschließt sich zu einem ungewöhnlichen Experiment. Er möchte seinen Schülern beweisen, dass Anfälligkeit für faschistoides Denken und Handeln immer und überall vorhanden ist. Doch die Bewegung mit dem Namen “Die Welle”, die er unter den Grundsätzen “Macht durch Disziplin!”, “Macht durch Gemeinschaft!” und “Macht durch Handeln!” gezielt zu Lehrzwecken auslöst, droht ihn und sein Vorhaben zu überrollen. Das Experiment gerät außer Kontrolle…
Das Projekt der Tanzwerkstatt No Limit verdeutlicht die Gefahr im Heute mit den historischen Tatsachen von Damals, der Zeit von 1933 bis 1945. Anhand von Augenzeugenberichten ehemaliger Häftlinge im KZ Mauthausen wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor Augen geführt, wozu nationalsozialistische Propaganda-Parolen führen können. Um den Gedankenaustausch mit den Zuschauenden anzuregen, führt die Tanzwerkstatt im Anschluss an ihre Aufführungen Publikumsgespräche durch.
Das zentrale Anliegen der jugendliche Schauspieler und Tänzer ist es, die jungen Erwachsenen im Publikum auf die latent bestehenden Gefahren des Rechtsextremismus aufmerksam zu machen.

Häftlinge im nationalsozialistischen Konzentrationslager Sachsenhausen

Wie muss oder kann man sich das Leben und den Alltag von Häftlingen im Konzentrationslager vorstellen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Mierendorff-Grundschule im Rahmen eines Drei-Tages-Projektes der Gedenkstätte Sachsenhausen. Der Fokus des Projektes lag auf den Lebensgeschichten Einzelner sowie den allgemeinen Lebensbedingungen im Lager, auch um die noch recht jungen Teilnehmenden nicht mit Inhalten wie Folter und Vernichtung zu überfordern oder zu traumatisieren. Über die Beschäftigung mit Biografien ausgewählter Gefangener erschloss sich den Jugendlichen ein individueller Zugang zum Thema. In Form von Gedankentagebüchern, Plakatwänden sowie einer PowerPoint-Präsentation haben die Jugendlichen ihre Erfahrungen festgehalten. Auf dem Jugendforum denk!mal möchten sie diese mit den Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern teilen.

Szenische Darstellung “Ich packe meinen Koffer…“


Die Klasse 6f der Staatlichen Europaschule für Italienisch hat sich im Unterricht mit dem Schicksal des Kofferinhabers Ludwig Bermann beschäftigt. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr berührt und begannen darüber zu sprechen, was das Bild des Kofferberges in ihnen auslöst. Ein Schüler bringt im Theaterstück seine Empfindungen zum Ausdruck: „Die Fotos mit dem Koffer erweckten bei mir den Eindruck, als wäre es ein Friedhof, weil die Koffer beschriftet sind wie Grabsteine“.

Aus der Auseinandersetzung mit dem Symbol des Kofferberges entstand ein kleines Theaterstück als Andenken an Ludwig Bermann und die vielen anderen Menschen, die unter den Nationalsozialisten ermordet wurden. Das Stück ist angelehnt an das Spiel “Ich packe meinen Koffer“, bei dem jeder etwas von seinem Nächsten mitnimmt. Die Schüler haben sich überlegt, was für sie wichtig ist, um friedlich mit anderen Menschen zusammenzuleben und stellen in Rollenspielen Situationen dar, in denen sie selbst aus unterschiedlichsten Gründen gehänselt, ausgelacht oder ausgegrenzt wurden.
Für eine Zukunft, in der jeder ohne Angst verschieden sein kann, packen sie dann symbolisch einen Koffer, in den sie Werte wie Respekt, Rücksicht und Toleranz legen.

Suche nach Erinnerung

Ein Medienprojekt der ver.di Jugendbildungsstätte

14 Schülerinnen und Schüler des Friedrich-Engels-Gymnasiums aus Reinickendorf haben sich im Rahmen ihres Geschichtskurses mit dem Thema NS-Zwangsarbeit auseinandergesetzt. Sie haben sich mit den Grundlagen des Nationalsozialismus befasst und dabei die besonderen Aspekte von Zwangsarbeit herausgearbeitet.

Mit dem gewonnenen Wissen und den sich daran anschließenden Fragen haben sie ihr eigenes soziales Umfeld in Reinickendorf erforscht und nach Spuren von Zwangsarbeit in ihrem Stadtteil gesucht. Mit Hilfe von Dokumenten aus Archiven, Zeitzeugeninterviews oder geografischen Analysen dokumentieren die Jugendlichen ihre Ergebnisse in einem Film. Bei der Aufbereitung des Materials, der Erstellung des Storyboards und beim Filmen wurden sie von Medienpädagogen und /oder Filmemachern begleitet.

Aus dieser Arbeit sind drei Filme entstanden:

„Suche nach Erinnerung“,

„Zwangsarbeit heute“,

„Zwangsarbeit in Reinickendorf“

Die Filme wurden in der Jugendbildungsstätte präsentiert und werden im kommenden Jahr an verschiedenen Schulen in Reinickendorf gezeigt.

Helfen erlaubt!? – Workcamp der helfenden Verbände in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück


Unter dem Motto „Helfen erlaubt?!“ fand vom 17. bis zum 23. Oktober 2010 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück ein Jugend-Workcamp der helfenden Verbände aus Berlin und Brandenburg statt. Die 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendverbände von Johannitern, Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und Rotem Kreuz setzten sich dabei intensiv mit der Geschichte des Ortes auseinander und trafen Überlebende des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück.
Die Jugendlichen halfen mit großem persönlichen Engagement, das riesige Gelände des ehemaligen Lagerkomplexes vor dem Verfall zu bewahren und somit die historischen Spuren in der Gedenkstätte zu erhalten. Das Projekt wurde in einem Kurzfilm dokumentiert.

Mariendorfer Kinder und Jugendliche in der NS- und Nachkriegszeit

Die Kinder- und Jugendversammlung CdM42 der Evangelischen Kirchengemeinde Mariendorf, aus der das diesjährige Projekt hervorgegangen ist, befasste sich mit “Mariendorfer Kindern und Jugendlichen in der NS- und Nachkriegszeit”. Im Vorfeld der Erstellung von Schautafeln fanden umfangreiche Recherchen über den Ortsteil statt. Begleitend besuchte die Gruppe das Heimatmuseum, das Mobile Museum, das Alliiertenmuseum und “The Story of Berlin”. Eine Antifaschistische Stadtrundfahrt bildete den Höhepunkt der Besichtigungen.
Den zweiten Schwerpunkt der Projektarbeit bildeten Interviews mit Zeitzeugen, die in die Schautafeln zur Ausstellung integriert wurden.

Im November 2010 besteht die Kinder- und Jugendversammlung “CdM42” bereits seit 5 Jahren. Die ca. 40 Kinder und Jugendlichen organisieren mit pädagogischer Unterstützung der beteiligten Einrichtungen in Mariendorf im monatlichen Wechsel Feste für Grund- und Oberschüler, veranstalten Kinder- und Jugendversammlungen, U-18-Wahlpartys, Seminare sowie Multi-Kulturenfeste.

Das Projekt wurde durch das Bundesprogramm “Vielfalt tut gut” und das Jugendprogramm “Zeitensprünge” gefördert.

„Mörderkeller- Keglerheim“ – Geschichtliche Aufarbeitung des Ortes


Foto der beteiligten Jugendlichen vor der Gedenktafel, die an den Folterkeller erinnert.

Im Jahr 2009 eröffnete genau an der Stelle, an der sich im Jahr 1933 das berüchtigte SA-Lokal „Keglerheim“ befand ein Bekleidungsladen, der vornehmlich die bei Rechtsextremen beliebte Marke „Thor Steinar“ führt.
Schülerinnen und Schüler der Geschichtswerkstatt der Georg-Weerth-Sekundarschule gestalteten in Zusammenarbeit mit dem Paul Singer Verein eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte dieses SA-Lokals befasst. Der dort ansässige SA- Sturm war bereits vor 1933 bekannt für seine Gewaltbereitschaft.
Auf zahlreichen Schautafeln wird der von der SA geführte Kampf um die Straße dargestellt, ebenso wie die von ihr propagierte Vernichtungsideologie. Auch die besondere Bedeutung von Kleidung und Zeichen im NS- System wird thematisiert.
Nach dem Reichstagsbrand 1933 wurde das „Keglerheim“ zum Folterkeller, in dem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter gequält und ermordet wurden.

Besonders bedenklich ist die Eröffnung eines „Thor Steinar“-Ladens an diesem Ort, weil sie im Kontext einer Zunahme von Überfällen rechtsorientierter Gruppen in Friedrichshain steht. Nicht zuletzt auf Grund breiter zivilgesellschaftlicher Proteste wurde dem Laden zwei Wochen nach seiner Eröffnung die Kündigung zugestellt. Der Rechtsstreit zwischen der Vermieterin und dem Betreiber allerdings ist bis heute nicht beendet.

Todesfuge von Paul Celan Spurensuche – Suche nach Emotionen

Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Deutsch am Sophie-Charlotte-Gymnasium lassen in Gedenken an die vom NS-Regime systematisch gedemütigten und schließlich ermordeten jüdischen Bürger Europas Stimmen sprechen und Töne erklingen, die zum Zuhören zwingen und zum Nicht-Vergessen beitragen.
Auf der Grundlage eines literarischen Textes verdeutlichen sie die Mechanismen der Grausamkeit und deren zerstörerische Dimension. Die metaphorisch – rhythmische Sprache Paul Celans (1920- 1970) bringt Opfer- und Täterstimmen zusammen, wodurch der Dichter in seiner Todesfuge ohne jeden Pathos eine Beschwörung des Grauens als unmittelbare Wirkung auf den Zuhörer hervorruft. Momente des Ergreifens geben auf einer sinnlichen Ebene Auskunft über den Holocaust und bleiben als Spur im „Körpergedächtnis“ zurück. Welche Wirkung solche literarischen Texte heute noch entfalten und welche Spuren sie hinterlassen, wird in dieser- aus Chor- und Solostimmen bestehenden 45 Personen umfassenden Leseperformance, versetzt mit Musik, Lauten, Geräuschen und szenischen Einschüben- nachhaltig vorgeführt.

T4 – Recherche und persönliche Betroffenheit – eine Dokumentation


Die Schülerinnen und Schüler der Ernst-Litfaß-Schule setzten sich in ihrem Projekt mit der T4-Gedenktafel im Tiergarten auseinander und versuchten die dahinterstehende Geschichte in Bezug zu eigenen Erfahrungen mit Akzeptanz und Ablehnung als Menschen mit Behinderung zu stellen.
Hinter dem harmlos klingenden Namenskürzel „T4“ verbirgt sich die Bezeichnung für die Ermordung von Menschen mit Behinderung und psychisch Kranker durch die Nationalsozialisten. Geplant und organisiert wurde die Durchführung dieser Morde zwischen 1940 –1941 in einer zwangsarisierten Villa in der Berliner Tiergartenstraße 4, der sogenannten „Zentraldienststelle T4“.
In ihrer Projektarbeit konnten die Schülerinnen und Schüler mehr über die Geschichte, die Verfolgung und den Widerstand von Menschen mit Behinderung erfahren. Ihre persönliche Annäherung an die T4-Gedenktafel, die seit 2008 auf den historischen Standort der „Zentraldienststelle T4“ hinweist, dokumentierten sie in einer Dia-Show, parallel dazu fanden sie Formen, um die Reflexionen eigener Erfahrungen mit Behinderung (vor allem im familiären Umfeld) darzustellen. So entstanden vielfältige Ausstellungsobjekte, wie kleine Plastiken, Toninstallationen, Bilder- und Textfragmente.