Die Spur des Koffers aufgreifen…

Der Koffer mit der Aufschrift L. Bermann, der auf den Plakaten und Foldern zum Jugendforum denk!mal zu sehen ist, hat die 6.-Klässler der Finow-Grundschule zu ihrem Projekt inspiriert. Den Koffer, der symbolisch für die von den Nazis Ermordeten steht, möchten sie mit ihren eigenen Gedanken, Wünschen und Emotionen füllen.

Am Donnerstag, dem 2. Dezember 2010 konnten wir vom Projektteam denk!mal bei unserem Besuch an der Schule einen Eindruck von dem Projekt gewinnen. Viele der 21 Mädchen und Jungen haben selbst schon Erfahrungen mit Ausgrenzung und Diskriminierung gemacht, sei es, dass sie als „Ausländer“ beschimpft wurden, oder sei es, dass sie wegen ihres Aussehens gehänselt wurden. Diese Erlebnisse wurden von ihnen in kurzen Szenen nachgestellt, um anschließend, angelehnt an das Spiel „Ich packe meinen Koffer…“, zu begründen, wieso Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft und Respekt in ihren Koffer gehören.

Wir vom Projektteam wurden von der Klasse sehr herzlich empfangen und freuen uns über die Anmeldung der Klasse 6f der Finow-Grundschule zum Jugendforum.

Schön, dass die Spur des Koffers aufgegriffen und weitergetragen wird.

Auf den Spuren von Luise und Wilhelm Teske

Seit 1998 trug die Schöneberger Oberschule den Namen Luise-und-Wilhelm-Teske-Oberschule, benannt nach einem engagierten Ehepaar, das während der NS-Zeit verfolgte Jüdinnen und Juden bei sich im Keller versteckte. Der Name droht angesichts der Fusion der Schule mit der Waldenburg-Schule zur 08. Integrierten Sekundarschule zu Beginn des laufenden Schuljahres verloren zu gehen.
Das Wenige, das über Luise und Wilhelm Teske, die im Bayrischen Viertel eine Schusterei betrieben, bekannt geworden ist, reicht aus, um zu erkennen, dass es sich bei dem Ehepaar um überaus mutige Menschen handelte. Mutig setzten sie sich für ihre Überzeugungen ein, teilten ihr weniges Hab und Gut mit den Verfolgten und nahmen die Gefahr in Kauf, entdeckt zu werden. Gerade weil die Teskes keine ‚großen Namen’ tragen und ihre Geschichte keine Geschichtsbücher füllt, sondern sie zwei der ‚unbekannten Helden’ sind, von denen es leider viel zu wenige gab, setzen sich Schöneberger Schülerinnen und Schüler für ihre Namenspatronen ein. Sie wollen den bisherigen Namen ihrer Schule erhalten, damit die Geschichte der Teskes nicht in Vergessenheit gerät.

In umfangreichen Recherchearbeiten versuchen die Jugendlichen mehr über das Leben und Handeln der Teskes zu erfahren, indem sie Zeitzeugen, die sich noch an das Ehepaar erinnern, interviewen und mit der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem in Kontakt treten. Dort wurden Luise und Wilhelm Teske 2009 als „Gerechte unter den Völkern“ namentlich geehrt. Die Ergebnisse ihrer Arbeit wollen die Schülerinnen und Schüler auf dem Jugendforum denk!mal am 17. Januar 2011 im Abgeordnetenhaus von Berlin präsentieren, nicht zuletzt um ihrem Anliegen zu mehr Öffentlichkeit zu verhelfen.

Das Jugendforum denk!mal auf dem 10. jugendFORUM

Das Abgeordnetenhaus von Berlin war am Sonnabend, dem 22. November 2010, kaum wiederzuerkennen, in den langen Fluren reihte sich ein Informationsstand an den nächsten, im Plenarsaal blieb kein Sitzplatz frei. Das Besondere daran war, dass kaum einer der Anwesenden das Alter von 25 Jahren überschritt. Zum 10- jährigen Jubiläum des jugendFORUMs übernahmen für einen Tag Jugendliche die Regie im Abgeordnetenhaus von Berlin. Sie diskutierten im Plenarsaal mit Abgeordneten und präsentierten auf mehreren Bühnen die unterschiedlichsten Projekte.
Wir vom Jugendforum denk!mal nutzten die Chance, dass so viele engagierte und motivierte Jugendliche auf einmal zu uns ins Haus kamen, und mischten uns unter die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Begeistert waren wir von der Kreativität der ausgestellten und dargebotenen Projekte der Jugendlichen. Es ist schön zu sehen, dass sich – entgegen manch anderslautender Vorurteile – viele Jugendliche heute für Geschichte und Politik interessieren und selbst aktiv werden, um die Gesellschaft mitzugestalten.
Besonders freuen wir uns über die zahlreichen Projekte, die ihr Interesse am Jugendforum denk!mal bekundet haben und hoffen auf ein Wiedersehen am 17. Januar 2011 bei der Abschlussveranstaltung im Abgeordnetenhaus von Berlin.

Fotographische Impressionen:

Original Hip Hop Charity Jam

Die erste Projektanmeldung hat uns erreicht: ein Ensemble der „Original Hip Hop Charity Jam“ möchte sich erstmalig auf dem Jugendforum denk!mal präsentieren.
Momentan sind die Jugendlichen dabei, ihre kreativen Energien freizusetzen und entwerfen Texte, die auf das diesjährigen denk!mal- Motto „Weil Menschen Spuren hinterlassen…“ Bezug nehmen. Auf der Bühne des Plenarsaals möchten sie ihr Können mit Beatboxern, Tänzern und Sängern präsentieren. Betreut werden die jungen HipHopper vom Verein Aufklärung e.V., der sich gegen Gewalt, Neonazismus und Diskriminierung engagiert. Ihre Begeisterung für die Musik verbindet die Jugendlichen über Grenzen hinweg.

Veranstaltungshinweis

Veranstaltungshinweis

Am kommenden Dienstag, dem 16. November 2010, um 19.00 Uhr findet im Ausstellungspavillon des Holocaust-Mahnmals eine öffentliche Präsentation des kurz vor seiner Fertigstellung stehenden Museums für die Geschichte der polnischen Juden in Warschau statt.

Seit 2009 entsteht im ehemaligen jüdischen Viertel der polnischen Hauptstadt, direkt gegenüber dem Denkmal zur Erinnerung an den Aufstand im Warschauer Ghetto, das aus Glasquadern bestehende Gebäude. Mit modernen Methoden soll dort zukünftig die über tausendjährige Geschichte der Juden in Polen erzählt werden, ohne diese allein auf die Geschichte des Holocaust zu beschränken.

Der Vorsitzende des Vereins des Jüdisch- Historischen Instituts in Polen Dr. Marian Turski, auf dessen Initiative das Museum geplant wurde, wird persönlich nach Berlin kommen, um über die politische Entstehungsgeschichte des Museumsprojektes zu berichten.

Einladung zur Veranstaltung: Link

Der 9. November

Vor 72 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt, jüdische Geschäfte geplündert und zerstört und Juden verhaftet und in Konzentrationslagern inhaftiert. Diese antijüdischen Ausschreitungen werden heute unter dem Begriff ‚Novemberpogrom’, ‚Reichspogromnacht’ oder ‚Kristallnacht’ erinnert. Die seit 1933 vorangetriebene Entrechtung und Diskriminierung der jüdischen Bürgerinnen und Bürger erreichte eine neue Stufe der Gewalttätigkeit.

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen. Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“ Mit diesen Worten begründet der Schriftsteller und Auschwitz Überlebende Primo Levi, warum es wichtig ist, dass wir uns auch heute noch mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Der KZ- Überlebende Max Mannheimer, der letztes Jahr als Ehrengast beim Jugendforum denk!mal dabei war, erinnert sich an den 9. November 1938. Er war damals gerade 18 Jahre alt:

Ein offener Polizeiwagen fährt vor unserem Hause vor. Jüdische Männer sitzen auf dem Wagen, bewacht von Schupos in grüner Uniform. Zwei Schupos kommen die Treppe hoch. Meinem Vater wird erklärt, er werde in Schutzhaft genommen, damit ihm nichts passiere. Vermutlich wegen der “kochenden Volksseele”. Ich stehe neben der Tür. “Wie alt ist der Bengel?”, fragt der Schupo. Mein Herz klopft ganz laut. Hätte Mutter mein Alter genannt, wäre ich ins Gefängnis mitgenommen worden. Der Schutz kam von der Mutter, nicht von der Schutzpolizei.

Weitere Informationen sowie der vollständige Zeitzeugenbericht von Max Mannheimer sind zu finden unter: www.schoah.org

Das Team hinter denk!mal 2011

Heute stellt sich Euch das neue Team hinter dem Projekt denk!mal 2011 vor.

Als Projektleiter betreut Christian Knappe in diesem Jahr das Projekt. Er studierte Politikwissenschaft, Neuere Geschichte und Medienwissenschaft an der Universität Potsdam und arbeitete bereits in Potsdam für Museen und Gedenkstätten. Nach seiner Zusatzausbildung im Bereich Public Relations war er für einen Verband in der IT-Branche tätig.

Mitarbeiterin bei denk!mal 2011 ist Bettina Ritter. Sie ist Diplompolitologin und war während ihres Studiums in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit sowie in der Gedenkstättenpädagogik tätig, außerdem hat sie deutsch- israelische Jugendaustausch- Projekte organisiert.

Im Team arbeitet Katja Nowak. Die Diplom-Verwaltungswirtin konnte bereits im Jugendamt Stuttgart sowie im Bau – und Sozialamt des Bezirksamtes Reinickendorf umfangreiche Erfahrungen sammeln. Seit Dezember 2009 ist sie bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport angestellt.

Katharina Mueller unterstützt denk!mal 2011 in vielen Bereichen. Sie besucht derzeit das Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin Steglitz-Zehlendorf und beginnt danach eine Ausbildung. Die Sponsorenbetreuung ist ihr Aufgabengebiet und sie gibt als einzige Schülerin im Team viele wichtige Hinweise darauf, was gerade „angesagt“ ist.

denk!mal 2011 geht online

Die neue Homepage für das 9. Jugendforum denk!mal ist seit dem 1. November 2011 online. Auf den Seiten findet Ihr alle wichtigen Informationen und Dokumente rund um das denk!mal 2011. Zusätzlich gibt es in den kommenden Wochen neue Hintergrundinformationen zum diesjährigen Motiv.

Wie in den Vorjahren findet Ihr alle teilnehmenden Projekte unter den Kategorien

mach!mal schreib!mal mal!mal sing!mal

Hier werden die Projekte ausführlich beschrieben und jeweils auf einem Foto dargestellt.

Auf unserer Startseite findet Ihr zukünftig Aktuelles über das Projekt denk!mal 2011, die Menschen vor und hinter den Kulissen!

Euer Projektteam