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Ob Theater, Ausstellungen, Performances, Fotografien, Videos, Interviews... In diese Kategorie passen alle von Euch frei gestalteten Beiträge.

„Berlin International – Frieden verbindet“

Im Sommer 2011 haben sich über 30 Jugendliche aus 14 Nationen in Berlin getroffen und unter dem Motto „Arbeit für den Frieden“ zwei Wochen lang ein Workcamp unter Leitung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. durchgeführt. Im Mittelpunkt der Arbeit standen Kriegsgräber auf dem Friedhof „In den Kisseln“ (Spandau). Hauptsächlich wurde ein Feld mit Gräbern ehemaliger Zwangsarbeiter komplett neu eingerichtet. Die Jugendlichen entfernten hierfür den alten Rasen, reinigten die Grabsteine und setzten sie neu. Es wurden aber auch Pflegearbeiten auf anderen Feldern durchgeführt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich mit dem Thema Zwangsarbeit auseinander. Für ihre Arbeit auf dem Friedhof wurden die Jugendlichen mit unterschiedlichen Aktivitäten belohnt, die in Berlin und Potsdam stattgefunden haben.
Im Rahmen des Volkstrauertages kamen einige der Teilnehmer und Teilnehmerinnen wieder nach Berlin und nahmen an Trauerfeierlichkeiten teil.

„Zeitzeugenprojekt“

Sieben Schülerinnen und Schüler der Königin-Luise-Stiftung haben die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen besucht und vor Ort sowie in der Schule Zeitzeugengespräche mit ehemaligen Zwangsarbeitern geführt. Außerdem werden die Jugendlichen, anlässlich des niederländischen Gedenktages zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkrieges und dessen Opfer, aktiv an der Kranzniederlegung am 4.5.2012 in Sachsenhausen sowie am 8.5.2012 in der ehemaligen Außenstelle des Konzentrationslagers in Lichterfelde teilnehmen.

„DEPORTATION – Eine Theaterperformance“

Die Theatergruppe des Departure e.V. widmet sich in ihrer Performance dem Thema der Deportation der Juden und stellt Fragen nach Ausgrenzung, Heimatlosigkeit so wie dem Gefühl, unerwünscht zu sein.
Was heißt es, sein Leben auf nur einen Koffer zu reduzieren, der die wichtigsten Dinge in sich trägt? Was bedeutet es, eine Ahnung zu haben, dass der Transport in den Tod gehen kann, und trotzdem nicht die Hoffnung zu verlieren? Anne Frank prägte den Satz: „Ich glaube an das Gute im Menschen“.
Die fünf Schauspielerinnen und Schauspieler des Departure e.V. versetzen sich in ihrem Stück für einen Moment in die Lage der Deportierten und gedenken so den Verbrechen, die jüdische Menschen und Andersdenkende erleiden mussten.

„Stille Helden“

Otto Weidt eröffnete Anfang der 1940er Jahre eine Besen- und Bürstenbinderei in der Rosenthaler Straße 39. Sein Betrieb war „wehrwichtig“, was bedeutet, dass seine Produkte hauptsächlich an die Wehrmacht verkauft wurden. Durch Bestechung und Passfälschung gelang es Weidt, seine größtenteils jüdischen Mitarbeiter vor der Deportation zu schützen.
Die Geschichte von Otto Weidt ist nur eines von vielen Beispielen für ein solch selbstloses Handeln.
Das Projekt der Katholischen Schule Liebfrauen trägt den Titel „Stille Helden“ und handelt von solchen Rettern. Mit ihrem Film wollen die Schülerinnen und Schüler ihnen ein Denkmal setzen. Ein Denkmal für die Menschen, die ohne zu zögern ihr Leben aufs Spiel setzten, um andere Leben zu retten. Diese besondere Form der Zivilcourage soll durch die Dokumentation gewürdigt werden. Im Zuge der Entstehung des Filmes haben die Projektteilnehmenden mit namhaften Zeugen gesprochen.

„WE TV – Jugendliche für Toleranz“

WE TV – ist ein neues offenes Medienprojekt, bei dem viele Jugendliche ab 12 Jahren mitwirken können. Auch den Namen und das Logo haben Berliner Jugendliche selbst entwickelt. WE TV – „Wir TV: Wir sind alle, alle gehören zu uns. Egal welcher Herkunft und welcher Hautfarbe“. Bei WE TV kann man Medienkompetenz erwerben und dies mit Engagement für die Entwicklung einer Gesellschaft, in der die Vielfalt der Kulturen wertgeschätzt wird, verbinden. WE TV ist eine Produktion des Nijinski Arts Internacional e.V., die in Zusammenarbeit mit „ALEX TV – Offener Kanal Berlin“ und der Jugendinitiative „WATCH us production“ entstanden ist.
Die Jugendlichen von WE TV produzieren Fernsehtalkshows zum Themenbereich Toleranz und Vielfalt. In ihr Studio kommen Experten, Politiker und Prominente. Verschiedenste selbst gedrehte Videos liefern Hintergrundwissen und Informationen zu den diskutierten Themen. In diesem Jahr hat WE TV sechs Sendungen zu den Themen „Afro-Deutsche“, „Armenier und Kurden“ sowie „Sinti und Roma“ produziert.

„JugendtheaterBüro Berlin“

Das JugendtheaterBüro der Initiative Grenzen-Los! e.V. ist ein durch das Bundesprogramm Xenos gefördertes dreijähriges Projekt, das mit Jugendlichen aus sozialen „Brennpunkten“ in Berlin und überwiegend mit Migrationshintergrund, die Planung, Organisation und Durchführung des bundesweiten Jugendtheaterfestivals FESTIWALLA vom 20. bis zum 22. Oktober 2011 im Haus der Kulturen der Welt übernommen hat. Das Festival wurde durch Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren in prekären Lebenslagen und überwiegend mit Migrationshintergrund verwirklicht. Sie wurden in den Bereichen Ensemble (Schauspiel, Tanz, Regie), Film, Crew (Licht, Ton, Bühnenbild, Maske) und Büro (Öffentlichkeitsarbeit, Fundraising, Eventmanagement, Grafik) eingearbeitet, um einen Theaterbetrieb und das FESTIWALLA weitgehend selbstständig zu gestalten, zu bespielen und durchzuführen.
Das FESTIWALLA stand unter dem Thema ZUGANG: KulTür auf! und setzte sich insbesondere für mehr Zugangsrechte von Jugendlichen in Bildung, Kultur und Politik ein.
In einem kurzen Filmbeitrag zeigen die Jugendlichen des JugendtheaterBüros Berlin ihre künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Kampagnenthema ZUGANG und sprechen ihr „BrennpunktManifest“.

„Ick gloob ich bin im falschen Film“

Jugendliche des JugendtheaterBüros Berlin von der Initiative Grenzen-Los! e.V. haben das Stück „Ick gloob ich bin im falschen Film erarbeitet. Das zentrale Thema ist die Auseinandersetzung mit Identitätskonstruktionen, Vorurteilen und ganz persönlichen Erfahrungen von Diskriminierung. In drei Teilen erzählen sie ihre Geschichten: von Prof. Sarabuschkowszin, der alle Jugendlichen nur in Schubladen steckt, von einem Punk und einem arabischen Jugendlichen, die sich zunächst anonym im Chat treffen und danach in der Realität miteinander ganz neue Erfahrungen machen und ihre Vorurteile auf die Probe stellen müssen.

„Gedenkstätte Konzentrationslager Mauthausen“

Auszubildende (angehende Tischlerinnen und Tischler sowie Maurerinnen und Mauerer) der Berufsfachschule für Bauhandwerker an der Knobelsdorff-Schule in Berlin Spandau fahren jedes Jahr im Sommer für drei Wochen nach Mauthausen (Österreich), um in der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen Restaurierungsarbeiten durchzuführen. Der Aufenthalt dort ermöglicht eine hautnahe Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte. Gleichzeitig werden aber auch Berufserfahrungen im Ausland gesammelt sowie Kenntnisse der Restauration und Denkmalpflege durch praktische Arbeit vermittelt. Die Auszubildenden werden vor Ort von den jeweiligen Lehrern für Fachpraxis betreut und angeleitet. Außerdem besteht ein enger Kontakt zur Gemeinde Mauthausen, welche die Fahrt durch die Unterbringung in der Schule unterstützt. Durch Ausflüge und Exkursionen nach Linz und Wien können die Auszubildenden das Nachbarland und dessen Kultur kennenlernen.

„Judenverfolgung im Nationalsozialismus“

Im Rahmen des evangelischen Religionsunterrichtes besuchte eine Klasse der Moabiter Grundschule die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, das bestimmte Gruppen, insbesondere Juden, während der nationalsozialistischen Zeit ausgegrenzt und verfolgt wurden. Während eines Projekttages in der Gedenkstätte Sachsenhausen arbeiteten die Schüler zu verschiedenen Themen über das Lagerleben, u.a. die Versorgung, den Appellplatz, die Baracken sowie eine Biografie. Es wurden Plakate erstellt, die am jeweils authentischen Ort in der Gedenkstätte den Mitschülern vorgestellt wurden. An einem weiteren Tag hat die Klasse „Stolpersteine“ im Bezirk Berlin-Moabit gesucht und ebenfalls ein Plakat dazu erstellt.
Ziel des Projektes ist es zu erkennen, wohin Ausgrenzung und Verfolgung bestimmter (Religions-)Gruppen führen kann. Die Schülerinnen und Schüler sollen ermutigt werden, jeglicher Ausgrenzung entgegen zu wirken sowie Andersdenkenden vorurteilsfrei und tolerant zu begegnen.

„Geschichten gegen das Vergessen“

Drei zehnte Klassen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum beschäftigen sich seit einigen Monaten mit dem Nationalsozialismus in all seinen Facetten. In Kleingruppen erzählen die Schülerinnen und Schüler Geschichten gegen das Vergessen aus der Zeit des Nationalsozialismus. Ob Skulpturen, Diashows, Collagen, Fotografien… der Kreativität der Jugendlichen sind bei der Gestaltung ihrer Ausstellungsstücke keine Grenzen gesetzt. Auch die Themenfelder sind weit gesteckt und so werden von „Rassenideologie und jüdischem Leben im Nationalsozialismus“ über „Widerstand im 3. Reich“ bis hin zu „Rassismus / Antisemitismus / National(sozial)ismus heute“ sämtliche Themen angesprochen.
Im Rahmen des Projektes besuchen die Jugendlichen verschiedene Museen, Gedenkstätten und Bibliotheken, um vor Ort nach Hintergrundinformationen zu recherchieren. Darüber hinaus eröffnet ein Zeitzeugengespräch einen besonderen Zugang zu der Geschichte und lässt die nationalsozialistische Vergangenheit für die Jugendlichen greifbarer erscheinen.

„Wir sind Ihr seid Uns werden Alle!“

Das Projektteam vom Verein Gesicht Zeigen! – Für ein weltoffenes Deutschland e.V. zeigt einen Film über die Ausstellung „7xjung – Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt“.
Am 7. Juni 2010 wurde die Ausstellung eröffnet. „7xjung“ ist eine künstlerische Ausstellung, die Erfahrungen von Ausgrenzung, Antisemitismus und Diskriminierung behandelt und zeigt, was man dagegen tun kann. In sieben Themenräumen werden heutige Lebenswelten von Jugendlichen inszeniert. So schafft die Ausstellung einen persönlichen, emotionalen und sinnlichen Zugang zur Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus sowie den Spuren der Vergangenheit in unserer heutigen Gesellschaft.

„Film ab! Medienseminare gegen Antisemitismus“

Im Rahmen des Präventionsprojektes „Film ab!“ fand mit einem Geschichtskurs der 10. Klassen der Thomas-Mann-Oberschule aus Berlin-Reinickendorf ein fünftägiges Seminar in der ver.di Jugendbildungsstätte statt. Die 16 Schülerinnen und Schüler sowie zwei begleitende Lehrkräfte beschäftigten sich mit Antisemitismus in Geschichte und Gegenwart und den Chancen und Gefahren moderner Medien. Die Jugendlichen produzierten vier Videoclips gegen Antisemitismus und präsentierten diese öffentlichkeitswirksam an ihrer Schule sowie auf der Fachtagung „Freiwillige handeln verantwortlich – Bürgerschaftliches Engagement von und für Kinder und Jugendliche“ im Roten Rathaus. Diese Videobeiträge und weitere im Projekt entstandene und mit den Pädagoginnen und Pädagogen erarbeiteten Methoden werden als Handreichungen veröffentlicht.

„Projekt Stolperstein – Andenken an eine fast vergessene Opfergruppe“

Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Martin-Buber-Oberschule haben sich im Rahmen des Projektes der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau mit dem Schicksal der Familie Zehden auseinandergesetzt. Als Zeugen Jehovas wurden Emmy und Richard Zehden, die Wehrdienstverweigerer versteckten, jahrelang verfolgt, festgenommen und schließlich zum Tode verurteilt. Ihr Neffe Horst Schmidt, der selber den Wehrdienst verweigerte, überlebte mit viel Glück.
Neben der Biografieforschung beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler auch intensiv mit der Rolle der eher unbekannten Opfergruppe der Zeugen Jehovas im Nationalsozialismus. Dazu gehörte auch ein Besuch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Gedenkstätte Plötzensee.
Außerdem konnte ein Kontakt zu der Witwe von Horst Schmidt – Hermine Schmidt – hergestellt werden. Am 10. Oktober 2011 wurden Stolpersteine für die Drei verlegt. Zu der Gedenkfeier am 28. Oktober kamen über 80 Interessierte, unter anderem auch die Witwe und andere Angehörige der Familie.

„Kickerland“

Die Protagonistinnen des Videofeatures „Kickerland“ der AG (L)Einwand sind vier Mädchen unterschiedlicher kultureller Herkunft – allesamt Nachwuchskickerinnen von Türkiyemspor Berlin. Elvan, Lara, Paulin und Madlen gewähren in der 50-minütigen Dokumentation einen Einblick in ihr Leben, in dem sich fast alles um Fußball dreht. Die verschiedenen Blickwinkel der Mädchen geben unterschiedliche Bilder frei, die sich zu einem filmischen Portrait zusammenfügen, welches das Leben, die Interessen, Probleme, Werte und Wünsche der jungen Berlinerinnen beleuchtet.
Der abstrakte Begriff der Integration wird im Projekt mit filmischen Bildern und persönlichen Geschichten zum Leben erweckt. Wie im „Kinderland“ verbindet die Mädchen – unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft, dem sozialen Status, ihren persönlichen Stärken und Schwächen – der Spaß am gemeinsamen Spiel. Für dieses gibt es gerechte Regeln, die für alle gelten. Im Team stehen, neben sportlichen Ambitionen, vor allem gegenseitige Akzeptanz sowie Zusammenhalt im Mittelpunkt, wobei Unterschiede als Normalität und Bereicherung angesehen werden.

„Die Coswiger Juden“

Schüler und Schülerinnen der 9c des Lucas-Cranach-Gymnasiums fanden in Coswig, einer kleinen Stadt am Elbe-Radweg Richtung Wörlitz, Überreste eines jüdischen Friedhofs, jedoch nur ein kleines Museum ohne Antworten auf ihre Fragen. Wer waren diese Leute? Wo wohnten sie? Warum sind sie weggegangen?
Es entwickelte sich eine umfangreiche Projektarbeit, die außerhalb des Unterrichts durchgeführt wird. Zeugen werden befragt, Projektpartner gesucht, Archive und Bibliotheken durchforscht sowie Fotografien gemacht. Die Beschäftigung mit der Geschichte der jüdischen Bevölkerung ist ebenso Teil des Projektes, wie die Suche nach den Tätern bzw. deren Namen. In Nachbarorten wie Wörlitz, Wittenberg und Dessau-Rosslau ist die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte schon vorangeschritten. Erklärtes Ziel der Schülerinnen und Schülern ist die Gestaltung einer repräsentativen Ausstellung im Coswiger Rathaus und später das Verlegen von „Stolpersteinen“ in der Stadt.

„Eine andere Liga“

„Es gibt keine schwulen Fußballer…“ – Jugendliche haben in dem Videoprojekt „Eine andere Liga“ des Kulturhilfswerks e.V. dieses gesellschaftliche Tabu hinterfragt und sich anhand persönlicher Geschichten von offen lesbischen und schwulen Sportlerinnen und Sportlern mit dem brisanten Thema „Homosexualität im Fußball“ auseinandergesetzt. Entstanden ist ein ca. 20-minütiger Film, welcher zu Aufklärungszwecken in Schulen und Jugendeinrichtungen gezeigt werden soll. Die Interviews, u.a. mit Tanja Walther-Ahrens (Ex-Spielerin von Turbine Potsdam), Matthias Hausmann (Vorspiel SSL Berlin e.V.), Sandra Wernicke und Jana Hörstermann (Die ELFen) geben Einblicke in persönliche Motivationen sowie Alltagserfahrungen von homosexuellen Fußballerinnen und Fußballern und zeigen, dass ein gesellschaftliches Umdenken gefördert werden muss, um Wege zur Enttabuisierung einzuschlagen.
Mit ihrem Videofilm geben die jugendlichen Filmemacher zugleich ein Statement für gegenseitigen Respekt und sexuelle Vielfalt auch im Fußball ab.

„Vergessene Biografien – Ein Dokumentationstheater“

Jugendliche und junge Erwachsene des Jugendcafé Nightflight der evangelischen Kirchengemeinde Charlottenburg sind zusammen mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern sowie Historikerinnen und Historikern auf eine außergewöhnliche Suche nach Spuren von Migranten, Migrantinnen und Schwarzen Deutschen im Nationalsozialismus gegangen.
Die Lebensgeschichte eines türkischen Juden im Berliner Untergrund, Tagebücher eines afro-deutschen Mädchens bei der Zwangsarbeit, Gerichtsakten eines Schwarzen Deutschen im Widerstand, Fotos eines türkisch-jüdischen Jungen kurz vor seiner Flucht nach Palästina, Augenzeugenberichte einer Schwarzen Frau im KZ und manchmal nur noch ein Name.
Entstanden ist ein spannendes Theaterstück („Vergessene Biografien“) aus wahren Geschichten der Menschen, deren Schicksale fast vergessen wurden. Wie lebten sie? Woran glaubten sie? Was geschah mit ihnen, als Hitler an die Macht kam? Wurden sie verfolgt? Wer half ihnen? Wer denunzierte sie? Haben sie überlebt?

„Vergessene Biografien – Die Ausstellung“

Neben dem eindringlich inszenierten Theaterstück „Vergessene Biografien“ haben Jugendliche und junge Erwachsene des Jugendcafé Nightflight der evangelischen Kirchengemeinde Charlottenburg zusammen mit professionellen Künstlerinnen und Künstlern sowie Historikerinnen und Historikern eine spannende Ausstellung zum Thema geschaffen. Diese zeigt, wie jüdische Türkinnen und Türken oder Bürgerinnen und Bürger aus arabischen und afrikanischen Ländern während des Nationalsozialismus in Deutschland diskriminiert wurden oder dem Holocaust zum Opfer fielen. Die Ausstellung umfasst bereits mehr als 15 aufwendig recherchierte Biografien. Zusammengetragen sind außerdem historische Hintergrundinformationen, um die Biografien in den geschichtlichen Kontext einbetten zu können. Ein Großteil der Ausstellung wurde von Projektteilnehmenden in Arabisch, Türkisch, Französisch, Kurdisch u.a. Sprachen übersetzt.
Die Spurensuche und historische Recherchen der jungen Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer und insbesondere die aufgespürten Schicksale sind in sehenswerter Weise dokumentiert.

„Helfen erlaubt!? – Das Workcamp der helfenden Verbände in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück“

Unter dem Motto „Helfen erlaubt!?“ fand vom 8. bis zum 14. Oktober 2011 das vierte Workcamp der helfenden Verbände in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Die 40 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Berlin und Brandenburg engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in den Jugendverbänden der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Johanniter und des Roten Kreuzes.
Während des Workcamps besuchten die Jugendlichen Workshops zur Geschichte und unterstützten durch ihren Einsatz die Gedenkstätte dabei, das riesige Areal des ehemaligen Lagerkomplexes vor dem Verfall zu schützen und historische Spuren zu bewahren. Das Projekt wurde auf der Homepage des Jugendservers Brandenburg dokumentiert.

„Begegnung mit der Geschichte – jüdische Menschen im Nationalsozialismus“

Während der Projekttage zur Stärkung der sozialen Kompetenz (26.10.11 bis 1.11.11) besuchte die Klasse 6c der Mierendorff-Schule die Gedenkstätte Sachsenhausen, das Anne-Frank-Zentrum sowie die Blindenwerkstatt Otto Weidt. Diese Besuche wurden intensiv vor- und nachbereitet. In der Gedenkstätte Sachsenhausen befasste sich die Klasse mit verschiedenen Aspekten des Alltags der Häftlinge. Zum Schluss der Projekttage ging es in die Rosenthaler Str. 39. Hier besuchte eine Hälfte der Klasse das Anne-Frank-Zentrum, während die andere durch die Blindenwerkstatt Otto Weidt geführt wurde.
Ziel dieser Projekttage war es auch, historische Lebenssituationen mit denen der Schülerinnen und Schüler zu vergleichen und so nachvollziehbarer zu machen. Die gesammelten Eindrücke und Erfahrungen verarbeiten die Kinder in Plakaten, die mit Infotexten, eigenen Fotos sowie persönlichen Gedanken gestaltet wurden.

„Leben nach dem Überleben – Regina & Zwi Helmut Steinitz“

SchülerInnen des Georg-Mendheim-Oberstufenzentrums befragten die Holocaust-Überlebenden Regina & Zwi Helmut Steinitz zu ihrer Lebensgeschichte. Aus diesen Interviews entstand, in Zusammenarbeit mit dem Waidak Media e.V., der Film „Leben nach dem Überleben“.
Die Produktion macht deutlich, wie sehr die Leidenszeit während der Naziherrschaft das Leben der Beiden prägte, und legt den Fokus auf die Rückeroberung ihrer beinahe ausgelöschten Leben im neu entstehenden Staat Israel.
Für ein zweites Interview flogen die Projektteilnehmenden sogar nach Israel. Die dort gesammelten Erfahrungen und Eindrücke wurden zu einem wichtigen Bestandteil des Films. Die Arbeit war von beidseitiger Neugier und Sympathie zwischen den SchülerInnen und Schülern und den Überlebenden geprägt. Besonders die Frage danach, wie es möglich ist, all das zu er- und überleben und dennoch so freundlich und so sehr dem Leben zugewandt zu sein, beschäftigte das Projektteam.
Entstanden ist ein eindringliches Portrait von Regina und Zwi Helmut Steinitz, das vor allem zeigt, dass sie viel mehr sind, als „nur“ Überlebende.

„Begegnung mit der ehemaligen Zwangsarbeiterin Elisa Gerard in Frankreich“

Acht Jugendliche der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau besuchten im September eine ehemalige Zwangsarbeiterin in Frankreich. Elisa Gerard, 1922 in Pfastatt im Elsass geboren, wurde 1942 zur Zwangsarbeit nach Berlin-Spandau gebracht. Sie musste dort bis 1945 für die deutsche Rüstungsindustrie arbeiten. Ihr Sohn Guy Gerard brachte 2007 ihre Biografie als Roman heraus. Dieses Buch, das von der Jugendgeschichtswerkstatt übersetzt, bearbeitet und veröffentlicht wird, war Anlass für einen persönlichen Besuch bei der Zeitzeugin. Die Jugendlichen erkundeten zunächst verschiedene Orte von Elisa Gerards Kindheit im Elsass, wo sie zusammen mit einem einheimischen Geschichtsforscher den Spuren ihrer Jugendzeit folgten. Im Anschluss besuchten die ProjektteilnehmerInnen die Zeitzeugin in ihrem heutigen Wohnort St. Brevin in der Bretagne. Elisa Gerard, mittlerweile 89 Jahre alt, hatte zuvor mit keinem Deutschen über Ihre Erlebnisse während des Nationalsozialismus gesprochen und berichtete nun den Jugendlichen von Ihrer Kindheit und Jugend im Elsass.
Die Begegnung war für alle Beteiligten ein interessantes und bewegendes Ereignis. Ihre Erlebnisse auf dieser Reise in die Vergangenheit von Elisa Gerard haben die Jugendlichen mit der Kamera festgehalten und zu einem Film ausgearbeitet.

„(K)eine Spur von Marianne Cohn“

Das Ziel des Projektes der Marianne-Cohn-Schule ist es, das Schicksal der Namensträgerin der Schule für die Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen. Neun Projektteilnehmende des Abschlussjahrgangs gingen gemeinsam mit dem Regisseur auf Spurensuche. Es entstand eine Filmcollage aus kurzen Spielszenen, Interviews und weiteren Elementen, die letztendlich Marianne Cohn ein Gesicht geben. Die Biografie der jüdischen Widerstandskämpferin wird nicht rein dokumentiert, sondern vielmehr erspielt. So schlüpften die Jugendlichen in Kostüme der 30er Jahre und diskutierten in Gesprächsrunden darüber, ob und was Marianne Cohn mit unserer heutigen Zeit zu tun hat. Themen wie Vertrauen, Verantwortung, Gewalt aber auch Selbstbewusstsein stehen hierbei im Vordergrund.
Die Marianne-Cohn-Schule ist einzigartig in der Berliner Schullandschaft. Sie ist die einzige Schule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ nur für Oberstufen- und AbschlussstufenschülerInnen.

„Jugend ohne Gott“

„Wer ist schuld, oder sind wir alle schuld? Wie sähe die Fragestellung in der Gegenwart aus? Wo »steht uns der Sinn«? Haben wir Ideale, Idole, für die wir alles tun würden, denen wir blind und vorbehaltlos vertrauen? Wie weit würden wir gehen?“ Diese Fragen stellt die Tanzwerkstatt No Limit e.V. mit ihrem Tanztheaterprojekt „Jugend ohne Gott“, das in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Ödön von Horváth entstanden ist. Der Roman thematisiert den Konflikt zwischen einem Lehrer, der für eine humanistische Ordnung steht und seinen Schülern, die ihm als Gegner, nämlich Vertreter der faschistischen Ordnung, gegenüberstehen. Die jugendlichen Schauspieler und Tänzer versuchen diese Geschichte mit ihrem Tanztheater in die heutige Zeit zu übersetzen und beschäftigen sich zugleich mit der Charakter-, Gedanken- und Lieblosigkeit der Jugend im Dritten Reich.