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Ob Theater, Ausstellungen, Performances, Fotografien, Videos, Interviews... In diese Kategorie passen alle von Euch frei gestalteten Beiträge.

Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur

Foto:© Ostkreuzschule für Fotografie

Drei 10. Klassen der Evangelischen Schule Berlin Zentrum beschäftigten sich im Geschichtsunterricht intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus. Während des Projekts zum Thema „Demokratie und Diktatur“ verliehen die Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität durch Text- und Filmbeiträge, Kurzhörspiele, Skulpturen, Installationen und Plakate Ausdruck. Mit den vielfältigen Ausstellungsbeiträgen möchten die Jugendlichen das Gedenken an all diejenigen Menschen aufrechterhalten, die während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt, vertrieben, verhaftet, gefoltert und systematisch vernichtet wurden. Gleichzeitig verstehen sie ihre Arbeiten aber auch als ein Zeichen für ständige Wachsamkeit und Kritikfähigkeit in unserer heutigen Gesellschaft und für den Mut, sich aktiv gegen Rechtsextremismus zu engagieren.

Kinder der Sonne Deutschlands

Foto:© Ostkreuzschule für Fotografie

Drei Jugendliche unterschiedlicher Herkunft versuchen, ihre Freundschaft zwischen Kindeheit und Erwachsenwerden bestehen zu lassen und ihren Platz in Deutschland zu finden. Das Stück des Jugendtheaterbüros Berlin wurde 2012 auf dem Jugendtheaterfestival „Festiwalla“ uraufgeführt. Bei der Abschlussveranstaltung von denk!mal ’13 werden Auszüge aus „Kinder der Sonne Deutschlands“ zu sehen sein.

Akte / NSU

 

Foto:© Ostkreuzschule für Fotografie

Jugendliche haben das Versagen der Behörden im Umgang mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ analysiert, die mediale Darstellung vor und nach dem Auffliegen des “NSU” recherchiert und mit der Kamera die Gesellschaft mit dem Thema Alltagsrassismus konfrontiert. Entstanden sind so dokumentarische Theatersequenzen, in denen Jugendliche und junge Erwachsene mit eigenen Diskriminierungserfahrungen die vielschichtigen Facetten von Rassismus auf der Bühne sichtbar machen. Bei der Abschlussveranstaltung von denk!mal ’13 werden das Jugendcafé Nightflight und das dokumentartheater berlin das Stück vorstellen.

„Unrecht an Kindern und Jugendlichen im deutschen Faschismus“

Auf eine Spurensuche nach Kindern und Jugendlichen, denen im Nationalsozialismus Unrecht geschehen ist, hat sich die Klasse 9a des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums begeben. Dazu haben die Jugendlichen Gedenkstätten und aktuelle Ausstellungen zum Nationalsozialismus besucht sowie an einem Gedenkspaziergang durch Prenzlauer Berg teilgenommen. Auch Zeitzeugengespräche haben die Schülerinnen und Schüler geführt. Entstanden sind dabei vier Videos und fünfzehn Tafeln für eine Ausstellung.

 

 

Flugblätter

Das Projekt der Klasse 8.1 des Leonardo-da-Vinci-Gymnasiums versteht sich als fächerübergreifend. Im Geschichtsunterricht haben sich die Schülerinnen und Schüler mit den Biographien der Geschwister Scholl beschäftigt und dann im Kunstunterricht verfremdete Portraits gezeichnet. Zusätzlich haben sie sich im Fach Deutsch mit dem Medium Flugblatt auseinandergesetzt und anschließend selbst Forderungen zu aktuellen Themen wie Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit formuliert. Entstanden sind so Collagen aus Portraits, Flugblättern der „Weißen Rose“ und aktuellen Texten, die in künstlerischer Form eine Verbindung zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart herstellen.

Flucht / Flüchtlinge

 

Schülerinnen und Schüler der Wilma-Rudolph-Oberschule haben eine Radiosendung erstellt, die sich mit unterschiedlichen Facetten der Thematik „Flucht /Flüchtlinge“ beschäftigt. So werden in dem Beitrag neben geschichtlichen auch aktuelle Aspekte beleuchtet. Die Beiträge für die Sendung haben die Jugendlichen eigenständig recherchiert, ausgewählt und aufgenommen. Entstanden ist so eine komplette Radiosendung mit Moderation, Hörbeiträgen und Musik.

Coming of Age in the Holocaust – Coming of Age Now

Zwei 9. Klassen des Goethe-Gymnasiums haben gemeinsam mit zwei Klassen der Conrad High School (West Hartford, USA) ein Projekt zum Thema “Coming of Age in the Holocaust – Coming of Age Now” durchgeführt. Als Plattform hierfür diente ihnen die gleichnamige Internetseite des New Yorker Museums of Jewish Heritage. Auf dieser interaktiven Website konnten die Schülerinnen und Schüler unter anderem anhand von Videos und anderen Dokumenten mehr über die Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden erfahren und an Online-Diskussionen teilnehmen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit stellen sie in der Ausstellung des Jugendforums denk!mal vor.

Zeitzeugenprojekt der Königin-Luise-Stiftung

Solange es Zeitzeugen gibt, lebt die Geschichte unmittelbar fort. Auch die Königin-Luise-Stiftung möchte mit ihrem Projekt dazu beitragen, dass die NS-Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät. Bereits seit mehr als 10 Jahren lädt die Schule deshalb regelmäßig ehemalige Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge nach Berlin ein, die über ihre leidvollen Erfahrungen berichten. In den Gesprächen und Diskussionen wird Geschichte somit erlebbar und bleibt lebendig.

Die Tagebücher der Esther Hillesum

In einem einwöchigen Workshop haben sich die Schülerinnen und Schüler des Goethe-Gymnasiums mit den Tagebüchern der Esther Hillesum auseinandergesetzt. Esther Hillesum war eine niederländische Jüdin, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Von 1941 an hatte sie Tagebücher geführt, die sie posthum international bekannt machten. Die Ergebnisse des Workshops sind in Form von Katalogen sowie auf der Website des Künstlers Roman Kroke einsehbar. In der Ausstellung des Jugendforums denk!mal´13 präsentieren die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit.

„Anderssein, Ausgrenzung, Mut“

Anderssein kann zu Ausgrenzung führen. Sich gegen Ausgrenzung zur Wehr zu setzen, erfordert Mut. „Anderssein, Ausgrenzung, Mut“: Das sind Themen, mit denen sich die Erzieherinnen und Erzieher des Olof-Palme-Kinder-und Jugendzentrums zusammen mit den Kindern und Jugendlichen auseinandersetzen – auch mit kreativen Mitteln. Als Ergebnis dieser regelmäßigen, intensiven und kreativen Auseinandersetzung sind zwei Gedichte und zwei Ausdruckstänze entstanden. Diese stellen die Kinder und Jugendlichen bei der Abschlussveranstaltung von denk!mal´13 vor.

„Wer bist du wirklich“ –Teil des Projekts „with WINGS and ROOTS“

„Wo kommst du wirklich her?“ oder: „Bist du deutsch?“ – diese Fragen bekommen Ari, Çağla, Dalena, Lavinia und Ricco häufig zu hören. In ihrem Film „Wer bist du wirklich“ erzählen sie, was sie davon halten und wie sie sich selbst sehen. Entstanden ist der Film im Rahmen eines Workshops des Dokumentarfilm- und Bildungsprojektes „with WINGS and ROOTS“, der in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendkulturzentrum „Alte Feuerwache“ durchgeführt wurde. Inhalt des Workshops war aber nicht nur die Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie, die Teilnehmer konnten dort unter anderem auch grundlegende Film- und Schnitttechniken erlernen. Der Film wird in der Ausstellung des Jugendforums denk!mal´13 zu sehen sein.

„Wie Mauerreste lebendig werden“

Um zu zeigen, dass Fußballbegeisterung und Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit kein Widerspruch sind, fuhren die Initiatoren der Kampagne „Jung gegen Rechts“ anlässlich der EM nach Polen. Ihre Reise führte sie dabei nicht nur zu Public-Viewing-Events und in die EM-Stadien, sondern auch an Orte wie das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz und nach Warschau. Dort besichtigten sie unter anderem das letzte noch erhaltene Stück der Ghetto-Mauer. Zwei Steinbrocken, die offenbar aus dieser herausgebrochen waren und im Rinnstein lagen, nahmen sie kurzerhand mit nach Deutschland und gestalteten einen Schaukasten für diese – aus Wertschätzung für die fast verloren gegangenen Mauerstücke und als Motivation für andere Jugendliche und Erwachsene, sich ebenfalls mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

 

Initiative „Jung gegen rechts“

„Wir wollen zeigen, dass es Spaß macht, sich in einem großen Netzwerk von Gleichgesinnten für Demokratie, Toleranz und Mut zur Zivilcourage einzusetzen“, sagen die Initiatoren von Jung gegen Rechts. Und: „Wir sehen die deutsche Vergangenheit als Herausforderung, die uns anspornt, so viel wie möglich über sie zu erfahren. Mit diesem Wissen im Kopf und mit der Trauer um die Opfer der alten und der neuen Nazis im Herzen wollen wir etwas bewegen“. Deshalb gründeten die beiden Gymnasiasten Max-Fabian und Jamal im April 2012 ihre Initiative gegen rechtes Gedankengut und für Gemeinsamkeit im Handeln und Zivilcourage. In der Ausstellung von denk!mal´13 wird „Jung gegen rechts“ seine bisherige Arbeit mit einer Fotodokumentation und einem Video vorstellen.

WE TV – Jugendliche für Toleranz

Anlässlich der Flüchtlingsproteste in Berlin hat „WE TV– Jugendliche für Toleranz“ eine Talkshow zum Thema „Asylpolitik“ produziert. Dort kommen sowohl Experten als auch die protestierenden Flüchtlinge selbst zu Wort. Diese berichten in Video-Interviews über ihre Erfahrungen mit der Residenzpflicht, dem Arbeitsverbot und dem Leben in Flüchtlingswohnheimen. „WE TV – Jugendliche für Toleranz” ist ein Berliner Medienprojekt für Jugendliche ab 12 Jahren, das sich für eine Gesellschaft engagiert, in der die Vielfalt der Kulturen wertgeschätzt wird. Um eigene Formate produzieren zu können, lernen die Jugendlichen hier, wie man mit der Kamera- und Tontechnik umgeht, Interviews führt und eine Sendung moderiert. Das Projekt ist eine Produktion des Vereins „Nijinski Arts Internacional e.V.“, in Zusammenarbeit mit „Alex TV – Offener Kanal Berlin“ und der Jugendinitiative „WATCH us production“.

Workcamp Berlin International

Unter dem Motto „Arbeit für den Frieden“ haben im Sommer 2012 insgesamt 40 Jugendliche aus 14 Nationen zwei Wochen lang Pflegearbeiten auf dem Friedhof Wilmersdorf und im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Schöneweide geleistet. Auf diese Weise trugen sie ihren Anteil dazu bei, dass die Kriegsgräber und die Gedenkstätte als Mahnmale für die Zukunft erhalten bleiben. Im Rahmen des Workcamps, das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. (Landesverband Berlin) organisiert wurde, setzten sich die jungen Menschen auch inhaltlich mit dem Thema Zwangsarbeit auseinander. Eindrücke vom Workcamp werden in der Ausstellung von denk!mal ’13 anhand von Fotos und kurzen Texten präsentiert.

Durch die Linse der Erinnerung: Deutsch-französisch-serbische Jugendbegegnung in Berlin

Was erzählen uns diese Orte heute über den Umgang mit der Vergangenheit, mit Krieg und Gewaltherrschaft? Mit dieser Frage hatte sich eine französisch-serbisch-deutsche Gruppe von Jugendlichen beschäftigt, als sie im Sommer 2010 in der serbischen Hauptstadt Belgrad Denkmale, Kriegsgräberstätten und Orte der NS-Verbrechen besuchte. 2011 wurde das vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. initiierte Projekt in Berlin weitergeführt. Dabei wurden auch dort historische Orte, die mit der Vergangenheit der drei Länder zu tun haben, aufgesucht und „befragt“. In einem Film haben die Jugendlichen die beiden Reisen dokumentiert und ihre ganz persönlichen Interpretationen, Ansichten und Geschichten festgehalten.

Anonymous

Ziel des Theaterstücks war es, den Schülerinnen und Schülern des neunten Jahrgangs der Lina-Morgenstern Gemeinschaftsschule eine Bühne für ihre Themen zu geben. Und so rückten die Diskriminierungserfahrungen der Jugendlichen mit türkisch/arabischem Migrationshintergrund immer mehr in den Vordergrund. Dabei werden alltäglich erlebte Ausgrenzungen -beispielsweise in der Schule oder am Wohnungsmarkt – nicht nur dargestellt. Die Jugendlichen aus den sogenannten sozialen Brennpunkten lehnen sich auch gegen diese Ausgrenzungen auf und bekämpfen sie mit gewaltfreien Mitteln. Auf der Abschlussveranstaltung des Jugendforums denk!mal ’13 werden Ausschnitte aus „Anonymous“ zu sehen sein.

Leben innerhalb und außerhalb des Zaunes

 

Seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler der Mierendorff-Grundschule mit dem Leben und dem Alltag der Häftlinge im Konzentrationslager Sachsenhausen. Zeitzeugen spielen dabei immer eine wesentliche Rolle, denn vor allem sie können Geschichte wirklich authentisch vermitteln – gerade gegenüber Kindern und Jugendlichen. Aus Gesprächen mit ehemaligen Häftlingen sowie mit einem Zeitzeugen, der als Junge in unmittelbarer Nähe des Konzentrationslagers lebte, entwickelte dann auch eine sechste Klasse der Mierendorff-Grundschule die Idee, Biografien innerhalb und außerhalb des Lagerzauns zu dokumentieren.

Wir gehören zu verschiedenen Religionen und können viel zusammen machen!

 

Bereits zum zweiten Mal setzten Kinder des islamischen, evangelischen und katholischen Religionsunterricht der Lynar-Grundschule  ein Zeichen gegen das Vergessen und für kulturelle und religiöse Vielfalt. Im Unterricht lernten sie gemeinsam über die Zeit des Nationalsozialismus und mithilfe einer Pausen-Verkaufsaktion finanzierten sie zwei Namenssteine für eine Erinnerungsmauer in Spandau sowie für zwei Stolpersteine für das jüdische Ehepaar Stutinski, das in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule lebte. Die Stolpersteine wurden am 23. Oktober 2012 unter Mitwirkung der Kinder feierlich verlegt. Im Frühjahr 2013 wollen zwei Enkelinnen der Ermordeten aus England kommen und die Kinder besuchen. In der Ausstellung des Jugendforums denk!mal wird das Projekt dokumentiert.

Schöneweider Zustände – Über Nazistrukturen im Berliner Südosten und aktuelle Gegenaktivitäten

Diese Ausstellung informiert über rechte Strukturen und neonazistische Angriffe rund um die Schöneweider Brückenstraße und zeigt so, wie Neonazis eine „national befreite Zone“ schaffen wollen. Es werden aber auch Projekte vorgestellt, die mit ihrem Handeln ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen und den Neonazis den Kiez nicht überlassen wollen. Erarbeitet wurde die Ausstellung 2012 im Rahmen von „Uffmucken-Schöneweide“, einem Zusammenschluss von jungen Leuten, die sich gegen Rechts engagieren. Ab Januar 2013 wird sie in Schulen, Jugendclubs, Kiezzentren und Rathäusern des Bezirks sowie in anderen öffentlichen Einrichtungen zu sehen sein. Auch das Berliner Abgeordnetenhaus zeigt Teile der Ausstellung im Rahmen des Jugendforums denk!mal.

Show Racism the Red Card

 

Rassismus und Ausgrenzung sind leider nach wie vor fast alltäglich in Sport und Gesellschaft und somit auch im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Deshalb arbeitet die Initiative „Show Racism the Red Card“ mit Kindern und Jugendlichen zusammen, um möglichst früh ein Bewusstsein für diese Thematiken sowie für Zivilcourage und Toleranz zu schaffen. In Workshops, die in Zusammenarbeit mit Bundesliga-Vereinen in Fußballstadien durchgeführt werden, werden Rassismus, Diskriminierung und Gewalt anhand von konkreten Beispielen aus dem Fußball greifbar gemacht und Handlungsoptionen gegen diese Phänomene aufgezeigt. Auch Gespräche mit ehemaligen oder noch aktiven Fußballprofis, die über ihre eigenen Erfahrungen berichten, sollen den Lernprozess der jungen Menschen zwischen 9 und 14 Jahren fördern. Das Konzept basiert auf 16 Jahren erfolgreicher Arbeit in England. Dort engagieren sich bereits mehr als 100 Profisportler, 11 Premier League Vereine sowie 26 Clubs aus weiteren Ligen.

Wir geben den Gefangenen Namen und Gesichter – Die Gefangenen des Zuchthauses Coswig/Anhalt

 

Seit dem 19. Jahrhundert wurde in der Stadt Coswig (Sachsen-Anhalt) ein barockes Schloss zu einem Gefängnis umgebaut, das bis 1956 genutzt wurde. Die Nazis missbrauchten es von 1933-45 für ihren Terror. Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c des Wittenberger Lucas-Cranach-Gymnasiums haben nun Schicksale einzelner Insassen recherchiert und dokumentiert: Unter den Gefangenen gab es zum Beispiel einen indischen Legionär, einen Betriebsleiter aus Coswig, Kommunisten aus Dessau und Menschen, die aufgrund ihrer Homosexualität verhaftet wurden. Beim Jugendforum denk!mal werden die Jugendlichen erste Arbeitsergebnisse vorstellen. Eine erweiterte Ausstellung soll im Frühjahr 2013 in Coswig der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Die Kinder vom Kamper See

 

Im Frühjahr 1945 stürzte ein Flugzeug in der Nähe der polnischen Stadt Rogowo ab – an Bord waren über 70 Kinder aus den umliegenden Lagern der Kinderland-verschickung. Niemand überlebte. Im Oktober 2012 trafen sich nun auf Initiative des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberführsorge Schüler des Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasiums mit polnischen Jugendlichen in den Städten Trezbiatów und Rogowo, um sich gemeinsam eine Woche lang mit der Geschichte der Kinderlandverschickung und den Ereignissen in Rogowo auseinanderzu setzen. Ziel war es, die Geschichte der Kinder vom Kamper See stärker in die Öffentlichkeit zu rücken und dafür zu sorgen, dass die Opfer geborgen werden. Aber auch über die unterschiedlichen Geschichtsbilder der beiden Länder, die deutsch-polnische Geschichte und das Leben der Jugendlichen heute wurde in gemeinsamen Projektgruppen intensiv gesprochen. Die Ergebnisse haben die deutschen und polnischen Jugendlichen auf Plakaten festgehalten, die bei der Abschlussveranstaltung von denk!mal zu sehen sein werden.

Diskriminierung mit den Ohren sehen

Im Rahmen verschiedener Workshops haben Jugendliche einen Audio-Guide zum Thema „Diskriminierung in Fußballstadien“ erstellt. An unterschiedlichen Orten des Stadions „An der Alten Försterei“ kann sich der Hörer damit über Themen wie „diskriminierende Äußerungen gegen gegnerische Spieler und Fans“ informieren. Aber auch grundlegende Aspekte rund um den Verein 1. FC Union Berlin werden erläutert. Die Führung mit dem Audio-Guide soll fester Bestandteil des Lernzentrums des Vereins werden. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Toleranz Fördern – Kompetenz stärken“ über den “Lokalen Aktionsplan Treptow-Köpenick”. Für die Präsentation beim Jugendforum denk!mal wurden einzelne kurze Module des Guides exemplarisch herausgegriffen.

Helfen erlaubt!? – Das Workcamp der helfenden Verbände in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

Unter dem Motto „Helfen erlaubt!?“ fand vom 7. bis zum 13. Oktober 2012 das Workcamp der helfenden Verbände in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt. Die 30 Teilnehmenden aus Berlin und Brandenburg engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in den Jugendverbänden der Feuerwehr, des THW und des Roten Kreuzes. Während der Projekttage besuchten die Jugendlichen Workshops und halfen mit ihrem Arbeitseinsatz, das riesige Areal des ehemaligen Lagerkomplexes vor dem Verfall zu bewahren und historische Spuren zu erhalten. Die Jugendlichen zeichneten Comics und errichteten Installationen auf dem ehemaligen Lagergelände. Für das Jugendforum denk!mal ´13 dokumentierten sie ihre Erfahrungen aus dem Workcamp.

Lernen aus der Geschichte – Beitrag zur Versöhnung auf dem Weg zum vereinten Europa

„Lernen aus der Geschichte“ – unter diesem Motto stand ein deutsch-tschechisches Tagesprojekt, das im März 2012 in der Gedenkstätte Sachsenhausen durchgeführt wurde. In vier gemischten Arbeitsgruppen setzten sich Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Tschechien mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Erinnerungskulturen ihrer Länder auseinander. Dabei wurden beispielsweise die Staatsfeiertage und die Bedeutung des 8. Mai in beiden Staaten miteinander verglichen. Wichtig war den Organisatoren dabei, dass der Projekttag an einem historischen Ort stattfand – denn dort kann man am besten aus der Geschichte für die Zukunft lernen. Schließlich verstand sich das Projekt auch als Beitrag zur Versöhnung auf dem Weg zu einem vereinten Europa. Die Jugendgruppen werden das Projekt bei denk!mal ´13 vorstellen.

„The Holocaust – an accident in History?“

Unter dieser Fragestellung haben Schüler des Goethe Gymnasiums und der Ruth-Cohen-Schule im Mai 2012 gemeinsam mit der Washingtoner School Without Walls im United States Holocaust Memorial Museum ein Forschungsprojekt durchgeführt. Ziel des Projektes war es, die Ursachen und Auswirkungen von Vorurteilen und Stereotypen besser verstehen zu können. Forschungsthemen waren unter anderem die NS-Rassenideologie, die Ausgrenzung, Deportation und Vernichtung der europäischen Juden sowie der Widerstand gegen das NS-Regime. Aber auch mit heutigen Formen des Völkermordes haben sich die Jugendlichen auseinandergesetzt. Die Projekt-Ergebnisse wurden in Form einer Multimedia-Präsentation im Goethe Gymnasium und im Berliner Alliierten Museum vorgestellt.