Das Motiv

„…gegen einen Geist der Enge und der Gewalt“. Mit diesen Worten beschrieb Helmuth James von Moltke sein Engagement gegen die NS-Diktatur. Während seiner Gefangenschaft in der Berliner Haftanstalt Tegel verfasste der Kopf des Kreisauer Kreises bewegende Briefe an seine Freunde, seine Frau und seine zwei Söhne. Sie fordern uns noch heute dazu auf, uns auf kreative Weise sowohl gegen Ausgrenzung als auch für Verständigung und Demokratie einzusetzen sowie „gegen einen Geist der Enge und der Gewalt“ zu engagieren.

 

Motiv_denkmal_2014

Das Jugendforum denk!mal ´14 möchte daran erinnern, dass der „Geist der Enge und der Gewalt […] der seinen Ausdruck in dem nationalsozialistischen Staat gefunden hat“, Millionen von Opfern forderte. Deswegen wird im diesjährigen Motiv eine jüdische Mutter mit Kind gezeigt, die in das heutige Berliner Stadtleben projiziert wird. Dieses Bild soll uns daran erinnern das damals unzählige Menschen mitten aus dem Leben gerissen wurden – sie wurden verletzt, ausgegrenzt, deportiert, misshandelt und getötet.

Doch die Erinnerung an sie und das ihnen geschehene Unrecht verblasst. Deshalb ist der „Geist der Enge und der Gewalt“ immer noch in vielen Köpfen, hinter Hauswänden und auf der Straße vorhanden. Rechtsextremismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen gehören leider nicht der Vergangenheit an.

Wir können das Unrecht das allen Opfern des Nationalsozialismus und heutiger rechter Gewalt angetan wurde, nicht rückgängig machen. Wir müssen es aber aufzeigen, weiteres Unrecht verhindern und uns erinnern. Denn ohne eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit können wir keine demokratische Gegenwart und Zukunft gestalten oder gemeinsam in einer bunten, toleranten Metropole leben – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion. Deshalb laden wir Euch ein, den Opfern des Nationalsozialismus ein denk!mal der besonderen Art zu setzen sowie den heutigen Formen von Rassismus, Antisemitismus und rechter Gewalt entgegenzutreten.

Schreibt, filmt, tanzt, zeichnet – werdet kreativ „gegen einen Geist der Enge und der Gewalt“!

 


Copyright: Mutter und Kind: Bundesarchiv: Fotograf o. Ang. / Bild 183-B04491; Hintergrundbild: Fides Marie Brückner