© Ilja Gorodezki

Zeitzeuginnenveranstaltung mit Margot Friedländer

Es war uns eine große Ehre, dass die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer am 28. Januar im Rahmen von denk!mal ’20 für ein Gespräch mit Schüler/-innen bei uns im Abgeordnetenhaus von Berlin zu Gast war. Sie berichtete davon, wie sie Krieg, Ausgrenzung und Verfolgung erlebte und überlebte, wie sie mit den Erinnerungen an diese Erlebnisse umgeht und was es ihr bedeutet, heute mit jungen Menschen über die Vergangenheit sprechen zu können.

Margot Friedländer wurde 1921 in Berlin geboren. Als Jüdin musste sie dort ab 1940 Zwangsarbeit leisten. Im Jahre 1943 plante sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder die Flucht aus Deutschland. Ihr Bruder wurde jedoch kurz vor der Abreise von der Gestapo verhaftet, ihre Mutter stellte sich daraufhin freiwillig. Beide wurden nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Margot Friedländer ging zunächst in den Untergrund und verbarg sich über ein Jahr lang in zahlreichen Verstecken in Berlin. Doch 1944 wurde sie festgenommen und nach Theresienstadt gebracht. Nach der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee wanderte sie zusammen mit ihrem Mann, der ebenfalls in Theresienstadt inhaftiert war, in die USA aus. Im Jahr 2003, fast 60 Jahre später, kehrte sie zum ersten Mal nach Deutschland zurück. Seit 2010 lebt Margot Friedländer wieder in Berlin. Sie engagiert sich in besonderem Maße in der Jugendbildung und besucht regelmäßig Schulen, um ihre Geschichte zu erzählen und zu Menschlichkeit aufzurufen. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und Ehrenbürgerin der Stadt Berlin.