Foto: Sportschule im Olympiapark - Poelchau-Schule

RAP-Video „Es gibt Wege zu widersprechen! Wir müssen die Gewöhnung an Gewalt durchbrechen!“

Projekt: RAP-Video „Es gibt Wege zu widersprechen! Wir müssen die Gewöhnung an Gewalt durchbrechen!“ Ein Projekt der Klasse 9S4 der „Sportschule im Olympiapark – Poelchau-Schule“
in Kooperation mit dem Café Nightflight (Offene Kinder- und Jugendeinrichtung des Ev. Kirchenkreises Charlottenburg-Wilmersdorf) und dem Rapper Matondo

Auch Jugendliche haben sich im 2. Weltkrieg gegen den Krieg positioniert und sich ganz praktisch für den Schutz von verfolgten Menschen eingesetzt. Viele von ihnen wurden für ihren Widerstand zum Tode verurteilt und hier, in der Nähe unserer Jugendeinrichtung: in der ehemaligen Hinrichtungsstätte Plötzensee, ermordet.

Im Jahr 2020 – 75 Jahre nach Kriegsende – haben wir uns mit der Frage beschäftigt: Was geht uns das alles heute an? Was hat das alles mit uns zu tun? Biographien von 8 Jugendlichen haben wir uns genauer angeschaut. Wir sind der Frage nachgegangen, wofür die Jugendlichen sich eingesetzt haben, welche Prinzipien ihr Handeln bestimmt haben und ob das Konsequenzen für uns heute hat. Die Ergebnisse haben die Jugendlichen mit dem Rapper Matondo in einem RAP formuliert mit dem Titel: „Es gibt Wege zu widersprechen! Wir müssen die Gewöhnung an Gewalt durchbrechen!“

Das Projekt wurde vom „Café Nightflight“, einer offenen Kinder- und Jugendeinrichtung des Evangelischen Kirchenkreises Charlottenburg – Wilmersdorf, in Kooperation mit der „Sportschule im Olympiapark – Poelchau-Schule“ durchgeführt. Beteiligt ist auch der Rapper Matondo, der sich mit politischen Songs gegen Diskriminierung und für ein solidarisches Miteinander engagiert.
Gefördert durch das Sonderprogramm „Jugendarbeit und Schule“ des Berliner Senats.

Weitere Informationen:
Café Nightflight

Ansprechpartner/-innen:
Marion Wettach/Christian Spohn

Lyrics zum Song:

„Es gibt Wege zu widersprechen! Wir müssen die Gewöhnung an Gewalt durchbrechen!“

„Berlin – wer hat diese Stadt befreit?
Damals wie heute: nur Wenige zum Dank bereit.
75 Jahre ist es heute her,
doch zusammen erinnern, will heute keiner mehr.

Viele Juden ermordete man systematisch,
daran arbeitete man sehr fanatisch.
In Weißrussland, Russland und Polen,
damals starben mehrere Millionen.

Hitler gegen Juden und die SU,
doch nicht alle stimmten dem zu:

Liane, 18, deckte Lügen auf
Zettel gegen Krieg klebt sie auf Wände rauf,

Herbert, 19, Jude und Kommunist,
früh vereint mit Freunden für die Hitler keine Lösung ist.
Den Angriff auf Russland zu verhindern ist ihr Plan,
aufrütteln wollen sie gegen den rassistischen Wahn.

Hanno hat entlarvt, Hitler ging es nicht um Frieden,
er wollte vielmehr ganz Europa besiegen.
Es ging ihm um die Industrie und deren Interessen,
sein Aufruf gegen Hitler bleibt unvergessen.

Cato, 19, verteilt Flugblätter,
für Gefangene ist sie ein Retter.

Cioma half Menschen vor Verfolgung und Hass,
nutzte sein Talent und fälschte oft einen Pass.

Salem verkaufte Lebensmittelkarten,
um andere vor dem Hunger zu bewahren.

Bernhard verweigerte den Dienst an der Waffe,
weshalb er sich mit 19 viele Feinde machte.

Ein Nein auf die Häuser malte Ralph Neumann,
eine Möglichkeit, um den Frieden zu erläutern.

Manche von ihnen wurden nicht gefasst,
doch es war für sie eine große Last.

Die Erinnerung an diese Jugend tut weh,
denn die meisten mussten sterben in Plötzensee.
Die Hinrichtungsstätte der Nazis war dort,
da übte die Justiz tausendfachen Mord.

Was hat das alles mit uns zu tun?
Könn´n diese Geschichten nicht einfach ruhen?
Nein – Cato, Salem, Herbert, Ciamo – Ihr lebtet es vor,
für Menschen in Not brauchen wir ein offenes Ohr.
Hanno, Bernhard, Liane, Ralph – Ihr macht uns Mut:
Nutzen wir die bei Unrecht aufkommende Wut!
Ihr habt gezeigt: Es gibt Wege zu widersprechen!
Wir müssen die Gewöhnung an Gewalt durchbrechen!

Und heute? Was heißt das alles heute?
Für Gerechtigkeit und sich gegen den Krieg zu engagieren,
und den Blick auf die Opfer nicht zu verlieren.

Denn auch heute sterben Menschen durch deutsche Waffen,
deshalb müssen wir uns heute aufraffen
In Jemen, Syrien, dort werden deutsche Waffen verwendet,
Tausend Zivilisten sind dort grausam verendet.
Platz 5 gehört Deutschland bei den Rüstungsexporten,
viele Firmen können Profite horten.

Auch heute sterben Menschen beim Versuch zu fliehen vor Krieg und Not,
und immer wieder verdrängt die Politik diesen stillen Tod.
Doch Menschen ertrinken noch immer im Mittelmeer,
wir rufen auf: Seht genau her!

Solange Menschen durch deutsche Waffen sterben
und wieder viele für Rassismus werben,
solange das Leben von Geflüchteten nicht sicher ist,
und man effektive Schutzmaßnahmen für sie vermisst,
erinnern uns die Jugendlichen dran zu widersprechen
und die Tatenlosigkeit heute zu durchbrechen!
Denn das haben die Jugendlichen von damals uns gezeigt,
es macht sich schuldig, wer zu Unrecht schweigt.

Es müssen nicht immer starke Taten sein,
wir können uns heute noch von Schlimmem befrein´
Den Opfern der Kriege müssen wir heute helfen
Seenotrettung – gelobt wird sie selten.

Manche gehen auf die Straße protestieren,
wir geben niemals auf und werden nicht frustrieren!

Was hat das alles mit uns zu tun?
Könn´n diese Geschichten nicht einfach ruhen?
Nein – Cato, Salem, Herbert, Ciamo, Ihr lebtet es vor,
für Menschen in Not brauchen wir ein offenes Ohr.
Hanno, Bernhard, Liane, Ralph – Ihr macht uns Mut:
Nutzen wir die bei Unrecht aufkommende Wut!
Ihr habt gezeigt: Es gibt Wege zu widersprechen!
Wir müssen die Gewöhnung an Gewalt durchbrechen!“