Foto: Ingo Grollmus

Ravensdruck

Am 12. September 1959 wurde die „Nationale Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück“ als eine der drei nationalen KZ-Gedenkstätten der DDR eröffnet. Ein Jahr später erschien im Kongress-Verlag Berlin der recht aufwändig produzierte Prachtband „Ravensbrück“, herausgegeben vom Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer, gestaltet vom Leipziger Graphiker Gert Wunderlich. Noch im gleichen Jahr erschien ein entsprechender Band für Buchenwald, zwei Jahre später einer für Sachsenhausen. Der Prachtband für Ravensbrück erhielt einen roten Leineneinband, darauf mit schwarzer Druckfarbe den in Holz geschnittenen Schriftzug „Ravensbrück“.

Dieser Schriftzug ziert nun, ebenfalls in Schwarz gedruckt, rote Baumwollbeutel, die seit kurzem im Besucher/-inneninformationszentrum der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück erhältlich sind. Bedruckt haben sie Schüler/-innen der Ernst-Litfaß-Schule, dem Oberstufenzentrum Mediengestaltung und Medientechnologie in Berlin, deren Hochdruckwerkstatt unter dem Titel „Ravensdruck“ zum nunmehr 8. Mal für eine Woche in die Gedenkstätte verlegt wurde.

Teilweise wurde bis spät in die Nacht produziert und die Druckpresse stand nur dann still, wenn Vera Dehle-Thälmann von der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis und Jeanine Bochat vom Internationalen Ravensbrück Komitee von ihrer Kindheit erzählten und über ihre Arbeit sprachen, oder während einer Diskussionsrunde, in der es darum ging, ob Gedenkstätten-Merchandising eine tolle Idee ist, um den Namen des Ortes in die Welt zu tragen, oder ob es nicht eher pietätlos sei und den Ort entwürdige.

Jenen Teilnehmenden, die gerade nicht mit dem Drucken an der Reihe waren, brachte der Leiter der Pädagogischen Dienste der Gedenkstätte, Matthias Heyl, den Ort näher und frischte behutsam deren Wissen auf.

Auf die Rückseite der Ravensbrückbeutel stempelten die Teilnehmenden des Projektes jeweils eine kleine, individuell gestaltete Signatur. Nach fünf Tagen konnte ein großer Karton mit fertigen Beuteln ins Besucher/-inneninformationszentrum getragen werden. Finanziert wurden Projekt und Beutel durch die Hildegard-Hansche-Stiftung und den Internationalen Freundeskreis Ravensbrück. Durch den Verkauf der Beutel wird ein Teil der Kosten an die Geldgeber zurückfließen.

Ansprechpartner:
Ingo Grollmus
Ernst-Litfass-Schule
Oberstufenzentrum für Mediengestaltung und Medientechnologie
Cyclopstraße 1-5
13437 Berlin