Foto: Ruthe Zuntz

Young Interventions – künstlerische Interventionen auf dem Gedenkstättengelände

Jugendliche und junge Erwachsene äußern ihre Meinung zum Thema „Erinnern“ in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Durch eine Auseinandersetzung zur Geschichte des KZ Sachsenhausen mit Künstler/-innen können sie ihre Perspektiven zu Erinnern und Gedenken als künstlerische Interventionen auf dem Gedenkstättengelände und in den Ausstellungen hinterlassen. Dies wurde 2021 in mehreren Mehrtagesworkshops umgesetzt.

Junge Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr haben sich in einem Online-Workshop mit Männlichkeit und Geschlechterrollen im Nationalsozialismus beschäftigt und zu Hause Trickfilme zur Verfolgung von homosexuellen Menschen im Nationalsozialismus, zu Frauen und Scham im Konzentrationslager und weiteren Themen, die ihnen wichtig waren, erstellt.

In einem Kaltnadeldruck-Workshop haben junge Roma und Nicht-Roma mit dem Künstler Alfred Ullrich ihre Perspektiven zur Erinnerung an das Zerstörte und Verlorene -Verfolgung und Ermordung von Roma und Sinti im KZ Sachsenhausen- dargestellt. Für jeden Druck haben sie einen Ort auf dem Gedenkstättengelände gefunden, der auf die Auswirkungen bis in die Gegenwart hinweist und zum Nachdenken anregen kann.

Im internationalen Work- und Studycamp im Sommer 2021 haben junge Menschen künstlerische Interventionen mit 3D-Pen unter Anleitung des Künstlers Ricardo Martínez Herrera gemacht. Mit „Unshaping Freedom“ wollten sie auf die Persönlichkeit, Individualität und Menschenwürde jedes einzelnen Häftlings hinweisen. In einer weiteren 3D-Intervention mit dem Titel „Absence“, bei der Figuren als eine Gruppe zusammenstehen und in der Mitte eine Silhouette frei bleibt, wurde auf die Gemeinschaft einerseits und auf die Abwesenheit von Menschen andererseits hingewiesen.

Junge Nachkommen von Überlebenden des Konzentrationslagers Sachsenhausen möchten durch das Projekt „New Voices“ neue Perspektiven auf die Nachwirkungen des Nationalsozialismus in der Familie und Gesellschaft schaffen. In kurzen Filmen erzählen sie über die bis heute andauernde Auswirkungen der Verfolgung und Vernichtung in ihren Familien oder erinnern an das Leben ihrer Verwandten nach 1945. Die Filme und Beiträge werden zukünftig über die Gedenkstätten-Webseite zu sehen sein.

Das Projekt Young Interventions wird durch das Programm „Jugend erinnert“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. #younginterventions

 

Kamerainterview

Junge Nachkommen von Überlebenden des KZ Sachsenhausen erzählen vor der Kamera ihre Perspektiven auf die Familiengeschichte und was diese heute für sie bedeutet.

Kunstwerke

Junge Menschen aus Europa haben mit „Absence“ ihre Perspektive auf das, was auf dem Gedenkstättengelände fehlt, geschaffen.

Druck

Im Druck wird durch Symbole die Geschichte der Roma und Sinti ab dem 15. Jh bis zur Gegenwart beschrieben. Er liegt auf den Steinen, welche die Umrisse der ehemaligen Baracken im KZ andeuten. Junge Menschen zeigen auf, dass mehr Sichtbarkeit für die Verfolgung und Ermordung von Roma und Sinti im Nationalsozialismus und Kontinuitäten der Ausgrenzung bis heute geschaffen werden sollte.

Gedenkstätte Sachsenhausen

Dies ist eine künstlerische Intervention im Industriehof auf dem Gelände des ehemaligen KZ Sachsenhausen. Mit dem „Blick aus dem Heute“ schauen wir auf die Vergangenheit – und was siehst du?

 

Ansprechpartnerin:

Marlene Jatsch

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, gefördert durch Jugend erinnert (BKM)

Strasse der Nationen 22

16515 Oranienburg