{"id":2882,"date":"2022-12-01T11:11:06","date_gmt":"2022-12-01T10:11:06","guid":{"rendered":"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2023\/?post_type=archiv&#038;p=2882"},"modified":"2022-12-16T13:54:08","modified_gmt":"2022-12-16T12:54:08","slug":"denkmal-2005","status":"publish","type":"archiv","link":"https:\/\/denkmal-berlin.de\/jugendforum\/archiv\/denkmal-2005\/","title":{"rendered":"denk!mal 2005"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erinnerung wird lebendig<\/h2>\n\n\n\n<p>Wettbewerb zum Gedenktag f\u00fcr die Opferdes Nationalsozialismus am 27. Januar. Berliner Jugendinitativen stellen sich vor.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Die Dokumentation<\/h1>\n\n\n\n<p>Die Dokumentation kann als PDF-Datei hier heruntergeladen werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\">Dokumetation ansehen<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Projekte<\/h2>\n\n\n\n<p>Alle eingereichten Projekte aus dem Jahrgang 2005 findet ihr hier:<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link wp-element-button\" href=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/jugendforum\/kategorie\/2005\/\" rel=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/jugendforum\/kategorie\/2005\/\">Projektjahrgang 2005<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zeitzeugen<\/h2>\n\n\n\n<p>Am 8. Dezember 2004 fand im Rahmen des Jugendwettbewerbes <strong>denk!<em>mal<\/em> <\/strong>ein Zeitzeugengespr\u00e4ch im Abgeordnetenhaus von Berlin statt. \u00dcber 30 Jugendliche h\u00f6rten interessiert Adam K\u00f6nig zu, der als Jude Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns wurde. Nach einf\u00fchrenden S\u00e4tzen von Herrn K\u00f6nig kam man miteinander ins Gespr\u00e4ch. Dabei wurde f\u00fcr die 13- bis 18-J\u00e4hrigen Geschichte lebendig und verst\u00e4ndlich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"391\" height=\"178\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/jugendforum\/files\/2022\/12\/image.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2975\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Als vor fast 60 Jahren das Konzentrationslager Auschwitz von Truppen der Roten Armee befreit wurde, war Adam K\u00f6nig gerade 22 Jahre alt. Er hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die &#8222;H\u00f6lle&#8220; durchlebt. Im November 1939 war er in das KZ Sachsenhausen gebracht worden. Hier war es f\u00fcr die Aufseher geradezu ein &#8222;Sport&#8220; die H\u00e4ftlinge zu schikanieren. Er musste Misshandlungen und Psychoterror \u00fcber sich ergehen lassen. In den folgenden Jahren litt er im Klinkerwerk unter dem nationalsozialistischen Programm &#8222;Vernichtung durch Arbeit&#8220;. Nach einer Widerstandsaktion im KZ wurde Adam K\u00f6nig mit anderen Juden im Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert. \u00dcber zwei Jahre wurde er unter m\u00f6rderischen Bedingungen in einem IG-Farben-Werk ausgebeutet. Im Januar 1945, kurz vor der Befreiung von Auschwitz, trieben die Nazis knapp 60.000 H\u00e4ftlinge einen Tag und eine Nacht auf einen rund 60 Kilometer langen Fu\u00dfmarsch nach Westen. Tausende Menschen starben. F\u00fcr K\u00f6nig folgten Deportationen nach Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen. Erst am 15. April 1945 wurde er von englischen Soldaten befreit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"391\" height=\"220\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/jugendforum\/files\/2022\/12\/image-1.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2976\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dass trotz der m\u00f6rderischen Bedingungen Mitmenschlichkeit im KZ erfahrbar war, zeigte eine Episode, die Adam K\u00f6nig den Jugendlichen erz\u00e4hlte: Als er am ersten Abend im KZ Sachsenhausen in Block 39 eintraf, \u00fcberreichten seine Mith\u00e4ftlinge ihm eine Tasse Suppe, die sie vom kargen Mittagessen abgezweigt hatten. Sie war kalt, doch w\u00e4rmte auf eine andere Weise.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle stellen wir Euch zwei Zeitzeugen vor:<br><br><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/zeitzeugen\/wolff1.jpg\" width=\"391\" height=\"186\"><br><br><strong>Franz Wolff &#8211; ein Versteck aus Pappe<br><\/strong><br>Franz Wolff war einer von 1400 Juden, die die Zeit des Nationalismus durch Untertauchen \u00fcberlebten.<br><br>Anfang 1943 als die letzten Juden verhaftet und in die Konzentrationslager gebracht wurden, entschied sich Franz Wolff unterzutauchen und fand Unterschlupf in einer kleinen Kartonagenfabrik in der Sch\u00f6nhauser Allee in Berlin.<br><br>Mit 16 erfuhr er bereits, dass ein normales Leben f\u00fcr ihn nicht m\u00f6glich war: seinen Traumberuf, Autoschlosser durfte er als Jude nicht mehr aus\u00fcben. Franz Wolff blieb nichts anderes \u00fcbrig, als eine Lehre in einem Konfektionshaus zu beginnen. Danach begann f\u00fcr ihn die Zwangsarbeit: Er wurde zu schwerster Arbeit als Bauhelfer, Stra\u00dfenfeger und Kohlentr\u00e4ger gezwungen.<br><br>Am 23. Februar 1943 verhaftete die Gestapo alle noch in Berlin besch\u00e4ftigten j\u00fcdischen ZwangsarbeiterInnen. An diesem Tag, der sog. &#8222;Fabrikaktion&#8220; war Franz Wolff der Arbeit fern geblieben.&#8220;Ich hatte mich \u00fcber die kl\u00e4gliche Bezahlung ge\u00e4rgert.&#8220; Er erfuhr noch am selben Tag von der Verhaftungsaktion. F\u00fcr seine Mutter und seine Geschwister konnte er nichts mehr tun. Sie waren schon zum Sammellager gebracht worden.<br><br>Nun begann f\u00fcr ihn ein gef\u00e4hrliches und m\u00fchseliges Leben im Untergrund. Durch die Hilfe von Freunden und durch seine Frau, die er damals im Untergrund kennen lernte und nicht zuletzt wegen seines Mutes und seiner tollk\u00fchnen &#8222;Frechheit&#8220;, seinen Verfolgern wahnwitzige L\u00fcgen zu erz\u00e4hlen, konnte Franz Wolff \u00fcberleben. Er ist der einzige \u00dcberlebende aus seiner Familie.<br><br>Seit vielen Jahrzehnten lebt er heute mit seiner Frau in Pankow.<br><br>Die Fotos oben zeigen Franz Wolff (Name wurde ge\u00e4ndert) im Gespr\u00e4ch mit jungen Geschichtsforschern.<br><br>Ausschnitte aus dem originalen Zeitzeugeninterview k\u00f6nnt ihr hier als mp3-Dateien herunterladen:<br><br><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/Bilder\/linkpfeil.gif\" width=\"12\" height=\"11\"> <a href=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/zeitzeugen\/wolff_1.mp3\">Bericht von der &#8222;Fabrikaktion&#8220; (2,2mb)<\/a><br><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/Bilder\/linkpfeil.gif\" width=\"12\" height=\"11\"> <a href=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/zeitzeugen\/wolff_2.mp3\">Bericht \u00fcber sein Arbeitsleben (4,6mb)<\/a><br><br><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/zeitzeugen\/mehling1.jpg\" width=\"391\" height=\"185\"><br><br><strong>Waltraud Mehling &#8211; Juden im Keller<\/strong><br>(heute 75 Jahre)<br><br>Frau Mehling und ihre Eltern versteckten im Nationalismus Juden im Keller des Alten Stadthauses. Sie waren Mitglieder der Bekennenden Kirche und leisteten Widerstand gegen den Nationalsozialismus, indem sie mehreren Menschen halfen, zu \u00fcberleben. Die Familie Mehling hatte eine Dienstwohnung im Alten Stadthaus. Der Vater arbeitete dort als Schlosser- und Elektromeister.<br><br>Die Mehlings, gl\u00e4ubige Christen, waren eng befreundet mit einer j\u00fcdischen Familie, die sie 1931 auf einem Spielplatz kennen lernten.<br><br>Sechs Gemeindemitglieder in zweiter und dritter Generation getaufte Juden, wurden im Privatkeller immer wieder sechs Personen versteckt. Nach einigen Wochen konnten Papiere beschafft werden. Alle fl\u00fcchteten aus Deutschland. Waltraud Mehling war damals sechs Jahre und trotz ihres Alters in die Rettungsaktionen der Eltern eingeweiht. In ihrem Puppenk\u00f6rbchen lagen unter der Puppe Stullen f\u00fcr die Versteckten. Das fiel niemanden auf. Das Kind war bekannt im Stadthaus. Die Lebensmittelbeschaffung f\u00fcr so viele Personen wurde organisiert durch den Pfarrer Kurt Scharf im Dorf Sachsenhausen bei Oranienburg. Er hatte Kontakte zu Bauern, die der oppositionellen Bekennenden Kirche angeh\u00f6rten.<br><br><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/zeitzeugen\/mehling2.jpg\" width=\"391\" height=\"185\"><br><br>Ende 1942 w\u00e4re das Versteck beinah aufgeflogen: ein Hausmeister hatte Verdacht gesch\u00f6pft. Die Gestapo, die Waltraud Mehling schon auf dem Schulhof beschattete, durchsuchte das Stadthaus. Der Vater hatte die sechs Untergetauchtren jedoch fr\u00fchzeitig in einem Tiefkeller unter dem Turm des Stadthauses untergebracht. Er alleine kannte diesen Keller, weil der dort manchmal die Eichenst\u00e4mme kontrollieren musste, auf denen der Bau im Grundwasser ruht. \u00dcber den Einstieg hatte er einen Schrank geschoben.<br>Zu manchen Juden hatte Waltraud Mehling sp\u00e4ter Kontakt.<br>Als Gemeindehelferin in der Funktion einer Pfarrerin predigte sie nach 1945 in Friedrichsfelde, Marzahn und in Biesdorf.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Die Fotos zeigen Waltraud Mehling als junges M\u00e4dchen und ein Portrait ihrer Eltern. Unten zeigt sie die Stelle an der sich das Versteck befand.<br><br>Das Interview mit Waltraud Mehling k\u00f6nnt ihr hier als mp3-Datei herunterladen:<br><br><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/Bilder\/linkpfeil.gif\" width=\"12\" height=\"11\"> <a href=\"https:\/\/denkmal-berlin.de\/2005\/zeitzeugen\/mehling.mp3\">Waltraud Mehlings Bericht (7,2mb)<\/a><br><br>Das Zeitzeugenmaterial wurde uns freundlicherweise vom Verein <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.blindes-vertrauen.de\/\" target=\"_blank\">&#8222;Blindes Vertrauen e.V.&#8220;<\/a> zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erinnerung wird lebendig Wettbewerb zum Gedenktag f\u00fcr die Opferdes Nationalsozialismus am 27. Januar. 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