Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema der Erinnerung. Ein großformatiges Gemälde des Namenspatrons der Schule, Harald Poelchau, entstand im Kunstunterricht des Jahrganges 12 der Sportschule im Olympiapark und wird dabei im Zentrum der Stellwände zu sehen sein. „Wir gehören einer Generation an, deren Erinnerung an den Holocaust nur eine vermittelte und keine eigene mehr sein kann. Wir alle leben in einer Zeit des Generationswechsels, in einer Zeit, in der die Zeugen der Shoah aussterben.“
In einer von der Schule entwickelten Performance werden Gedichte von Paul Celan aus den Zyklen Niemandsrose und Mohn und Gedächtnis mit der Familiengeschichte von Gabriele Neumark verbunden. Ihr jüdischer Vater, Jakob Neumark, erlebte die Gräuel des Konzentrationslagers Sachsenhausen, bis er 1939 mit einem der letzten Schiffe Deutschland verlassen und nach Shanghai emigrieren konnte, wo er sieben Jahre lang lebte. Dabei ließ er seine Familie, seine Heimat und seine Kultur zurück. Erstere hat er nie wieder gesehen. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland im Jahr 1946 begab er sich auf Spurensuche, die leider ergab, dass seine gesamte Familie in Auschwitz ums Leben gekommen war. Jakob Neumark hat sein ganzes Leben versucht, jene traurige Vergangenheit zu verdrängen und nur sehr wenig darüber gesprochen. Ihn beschäftigte die Frage: Warum habe ich überlebt?
Mit dieser Performance möchte die Schule gedenken. Zur Zukunft der Erinnerung gehört ihres Erachtens die persönliche Auseinandersetzung mit Menschen und deren Schicksalen.
Die Vergangenheit entscheidet sich in der Gegenwart. Gerade in einer Zeit, in der das Erfahrungsgedächtnis der Überlebenden und Zeitzeugen verloren zu gehen droht, ist es besonders wichtig, die Erinnerung wachzuhalten und auf Dauer im kulturellen Gedächtnis zu verankern. Individuen und Gruppen sollten ihre Vergangenheit kennen, denn von ihr hängt ihre Identität selbst ab.
Es treffen drei Generationen (5 Schülerinnen und Schüler, der 10. Klasse, die Tochter von Jakob Neumark und seine Enkelin) in der Performance aufeinander und reichen einen symbolischen Stein umher. Im Wechsel werden Gedichte Paul Celans passend zur Emigrationsgeschichte von Jakob Neumark gelesen. Seine Tochter wird dabei ihre Erinnerungen an die Geschichte ihres Vaters teilen. Persönliche Erinnerungsstücke, wie das Portemonnaie, welches Jakob Neumark nach Shanghai und zurück begleitete, werden in der Ausstellung visualisiert.
Die Zuschauer können sich einen Stein aus einer Installation aus Rettungsdecke und Steinhaufen mitnehmen und darin ihre persönliche Erinnerung bewahren.
Zusätzlich wird ein Trailer zu einem Filmprojekt mitgebracht, welcher in Kooperation mit Schule gegen Rassismus entstanden ist. Die 7-teilige Doku wird am 4.3.25 an der Schule Premiere feiern.
Trailer „Wir müssen Reden“
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Trailer „Erinnerung“
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