Acht Jugendliche der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau besuchten im September eine ehemalige Zwangsarbeiterin in Frankreich. Elisa Gerard, 1922 in Pfastatt im Elsass geboren, wurde 1942 zur Zwangsarbeit nach Berlin-Spandau gebracht. Sie musste dort bis 1945 für die deutsche Rüstungsindustrie arbeiten. Ihr Sohn Guy Gerard brachte 2007 ihre Biografie als Roman heraus. Dieses Buch, das von der Jugendgeschichtswerkstatt übersetzt, bearbeitet und veröffentlicht wird, war Anlass für einen persönlichen Besuch bei der Zeitzeugin. Die Jugendlichen erkundeten zunächst verschiedene Orte von Elisa Gerards Kindheit im Elsass, wo sie zusammen mit einem einheimischen Geschichtsforscher den Spuren ihrer Jugendzeit folgten. Im Anschluss besuchten die ProjektteilnehmerInnen die Zeitzeugin in ihrem heutigen Wohnort St. Brevin in der Bretagne. Elisa Gerard, mittlerweile 89 Jahre alt, hatte zuvor mit keinem Deutschen über Ihre Erlebnisse während des Nationalsozialismus gesprochen und berichtete nun den Jugendlichen von Ihrer Kindheit und Jugend im Elsass.
Die Begegnung war für alle Beteiligten ein interessantes und bewegendes Ereignis. Ihre Erlebnisse auf dieser Reise in die Vergangenheit von Elisa Gerard haben die Jugendlichen mit der Kamera festgehalten und zu einem Film ausgearbeitet.
2012 mach!mal
„Begegnung mit der ehemaligen Zwangsarbeiterin Elisa Gerard in Frankreich“
Jugendgeschichtswerkstatt Spandau
